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Moses Grünewald

Biografie von Moses Grünewald

Moses Grünewald wohnte in einem einzigen Zimmer zur Miete. Er wurde am 14. April 1888 in Rhaunen geboren. Moses Grünewald war nicht permanent in Rhaunen, sondern hielt sich sehr oft auch in Anrath am Niederrhein bei seiner am 21. März 1887 ebenfalls in Rhaunen geborenen Schwester Berta auf. Dort war er seit 19. 5. 1939 auch behördlich gemeldet. Grünewald betrieb ursprünglich glücklos einen Viehhandel. Als Teilnehmer des Ersten Weltkrieges wurde er verwundet und mit dem Eisernen Kreuz II ausgezeichnet. Wegen seiner Verwundung erhielt der ehemalige Frontsoldat eine kleine Versehrtenrente. Bereits im November 1933 wurde gegenüber seines Elternhauses Am Wartenberg 30 (siehe oben) ein Schild mit der Aufschrift „Vaterlandsverräter“ angebracht. Moses Grünewald nahm dies zum Anlass eine Eingabe an das Reichsinnenministerium in Berlin zu richten und auf seine Verdienste als Frontkämpfer hinzuweisen. Der Rhauner Bürgermeister begründete das Schild mit dem Unmut der Bürger wegen der Nichtteilnahme der Grünewalds an den Reichstagswahlen und der Volksabstimmung über den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund am 12. November 1933. Moses Grünewald sammelte Heilkräuter für die Soldaten. Er soll über große Kenntnisse im Bereich Kräuterheilkunde verfügt haben. Weil Moses Grünewald im Ersten Weltkrieg gemeinsam mit Hitler im 2. bayerischen Reserve-Infantrie-Regiment Nr. 16 gedient und lange vor Verdun gelegen hatte, wo der spätere Diktator als Meldegänger eingesetzt war, glaubte er nicht an seine Deportation. Moses Grünewald sollte sich täuschen, er wurde am 10. Dezember 1941 zusammen mit seiner Schwester und weiteren Opfern in Anrath zur Deportation gezwungen, zunächst zur Sammelstelle in das „Zentrallager“ von Düsseldorf, den dortigen städtischen Schlachthof! Einen Tag später erfolgte der Weitertransport in das Ghetto Riga. Ermordet wurde Moses Grünewald schließlich in Auschwitz. Moses Grünewald stand am 15. Oktober 1941 auf der Liste des Standesamtes Rhaunen, wo er nach Trier abgemeldet wurde, wie alle Juden aus Rhaunen, die am Folgetag, dem 16. Oktober 1941, über Trier nach Litzmannstadt deportiert wurden (LHA KO, Best. 655, 186 Nr. 1756) und das, obwohl er schon seit Mai 1939 bei seiner Schwester Berta in Anrath wohnte (vgl. Dokument Anrath). Moses‘ Bruder Mirtel Grünewald, der zusammen mit seiner Ehefrau Rosa nach Palästina flüchten konnte, erkundigte sich im Jahr 1950 beim Amtsgericht in Rhaunen nach dem Verbleib seiner Geschwister. Das Auskunftsersuchen wurde an das Gemeindeamt in Anrath weitergeleitet. Von dort erhielt Mirtel Grünewald mit Datum vom 2. September 1950 die zynische Antwort, dass Moses und Berta Grünewald am 10. Dezember 1941 ausgewandert seien. Angaben über deren Verbleib könne man nicht machen.

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Quellen & Impressum

Hermann Mosel für Arbeitskreis "Stolpersteine" Rhaunen

Datenerfassung: Stephanie Mosel, Hermeskeil

Arbeitskreis "Stolpersteine" Rhaunen: Gernot Fritz, Rhaunen
Hermann Mosel, Stipshausen (Texte)