Biografie von Arnold und Esther Sonja Hammerstein
ehem. Ranstädter Steinweg 49 / Ecke Thomasiusstr. (Elstermühlgraben)
Biografie Arnold Hammerstein
Arnold Hammerstein wurde am 15.03.1892 in Berlin geboren. In Leipzig wohnte die Familie Hammerstein zuerst in der Merseburger Straße 49 , später im Ranstädter Steinweg. Er war als Kaufmann und Buchrevisor tätig. Seine Ehefrau, Maria Martha Hammerstein geb. Lutze, war zum jüdischen Glauben übergetreten. Mit ihr hatte er zwei gemeinsame Kinder, Esther Sonja geb. 13.05.1925 und Sascha geb. 1929.
Arnold Hammerstein kämpfte als Soldat im Ersten Weltkrieg. 1934 trat er in den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten ein.
Am 10.11.1938 wurde er im Rahmen einer "Sonderaktion" verhaftet und nach Buchenwald verschleppt. Weil er für seine Verdienste im Ersten Weltkrieg ausgezeichnet worden war, erfolgte Ende November 1938 die Entlassung aus dem Konzentrationslager.
Als Kalfaktor leistete er danach Zwangsarbeit bei der Leipziger Baufirma Böhmelt.
Aufgrund des Gesetzes "Über die Mietverhältnisse mit Juden" verlor Arnold Hammerstein seine Wohnung und musste mit seiner Familie 1939 als Untermieter in ein sogenanntes Judenhaus Packhofstraße 1 umziehen.
Wegen Nichtragen des Judensterns am 22.03.1943 erneut verhaftet, wurde er am 10.04.1943 nach Auschwitz deportiert, wo er vermutlich im Januar 1945 starb.
Seine Tochter Esther wurde kurz vor ihrem 17. Geburtstag am
10. 05.1942 nach Belzyce bei Lublin deportiert und vermutlich im Vernichtungslager Majdanek ermordet.
Sein Sohn Sascha Hammerstein überlebte das Ghetto Theresienstadt.
Biographie Esther (Ester) Sonja Hammerstein
Esther Sonja Hammerstein wurde am 13. Mai 1925 in Leipzig geboren. Ihre Eltern waren Arnold Hammerstein und die nichtjüdische, später zum mosaischen Glauben übergetretene Marie Martha Hammerstein, geb. Lutze. Sie galt nach der nationalsozialistischen Rassenlehre als sogenannter "Mischling". Esther hatte noch einen jüngeren Bruder Sascha (geb. 1929) und eine Halbschwester Elfriede Ruth (geb.1921). Sie wohnte mit ihren Eltern im Ranstädter Steinweg 49. Am 1.Juli 1939 mussten sie in ein sogenanntes "Judenhaus", in die Packhofstraße 1 umziehen und zur Untermiete bei der Familie Rosenblum wohnen. Esther wurde als Näherin zur Zwangsarbeit verpflichtet und musste in einer Altkleiderverarbeitung in der Leipziger Roscherstraße arbeiten. Sie war bis 1940 Mitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft.
Kurz vor ihrem 17. Geburtstag wurde sie am 10. Mai 1942 nach Belzyce bei Lublin deportiert, obwohl ihr Name auf der Deportationsliste durchgestrichen wurde. Die näheren Umstände dafür sind nicht bekannt. Das letzte Lebenszeichen erhielt die Familie im September 1942. Sie wurde vermutlich im Vernichtungslager Majdanek (Maidanek) ermordet.
Patenschaft: Arwed-Roßbach-Schule
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