Biografie von Feiwisch Felix Kern
Reudnitzer Str. 2 (Platz Ecke Chopinstr.)
Feiwisch Felix Kern
Feiwisch Kern wurde am 15. April 1892 in Bohorodczany, Galizien (heute Ukraine), geboren. Im Jahr 1917 heiratete er die aus Taucha stammende Hedwig Schade. Herr Kern war ein einfacher Arbeiter und arbeitete in Leipzig als Handelsvertreter.
Am 16. Juni 1938 wurde er im Rahmen der Aktion "Arbeitsscheue Reich" verhaftet. In zwei Verhaftungswellen (April und Juni 1938) hatten die Nationalsozialisten dabei tausende Menschen als "asozial" diffamiert und in die Konzentrationslager gebracht. Im Juni inhaftierte man auch 62 Juden aus Leipzig, die schon wegen geringer Delikte in dieses Raster fielen (z.B. Verkehrsdelikte). Bei Bagatelldelikten wurden die Menschen gleich wieder entlassen - so auch Herr Kern.
Nach dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 kam es zu einer weiteren Verhaftungswelle gegenüber polnischen Juden. Feiwisch Kern wurde im Oktober 1939 verhaftet und am 15. November1939 in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Er kam dort, 47 Jahre alt, am 31. Januar 1940 ums Leben.
Quellen: Familienunterlagen
Ellen Bertram: Menschen ohne Grabstein, Leipzig, 2011
Paten: Juliane Apitzsch, Hildegard Kern, Bernhard Kobus
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