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Aizen, Susanne

Biografie von Susanne Aizen

Humboldtstr. 23

Susanne Aizen wurde am 4. März 1924 als zweite Tochter des jüdischen Kaufmanns und polnischen Staatsangehörigen Isaak Aizen und der deutschen Maria Greiner geboren. Die Ehe der Eltern wurden geschieden. Susanne Aizen lebte mit ihren Schwestern Ursula Aizen (geboren am 06.10.1920 in Leipzig) und Eva Aizen (geboren am 11.12.1928 in Schkeuditz) bei der Mutter in der Humboldtstraße 23.

Sie arbeitete nach Verlassen der Schule als Kassiererin im Lichtspieltheater „Filmeck“ in der Barfußgasse 12 in Leipzig. Am 16.11.1941 brachte sie in Greiz ihren Sohn Klaus Joachim Aizen zur Welt, der einer unehelichen Beziehung zum Reichsbahnarbeiter und Wehrmachtsangehörigen Kurt Joachim Schade (geboren am 08.02.1922 in Nieder-Albersdorf) entstammte.

Susanne Aizen bezeichnete sich selbst als "Geltungsjüdin", da sie keiner jüdischen Gemeinde angehörte. Ihre Mutter war zwar Mitglied der Israelitischen Glaubensgemeinde, trat allerdings im Juli 1939 aus der Gemeinde aus. Obwohl keinerlei Verbindungen zur jüdischen Gemeinde in Leipzig bestanden und auch der Aufnahmeritus (Tauchbad), der für den Beitritt maßgeblich war, nicht vollzogen wurde, wurde Susanne Aizen im August 1942 wegen Nichtbeachtung der gegen Juden erlassenen Bestimmungen (Tragen des Judensterns, Annahme des Vornamens „Sara“) sowie der „Rassenschande“ angezeigt und im September 1942 von der Gestapo verhaftet. Während des Prozesses versuchte ihr Verteidiger, der Leipziger Justizrat Dr. Martin Drucker, wiederholt zu beweisen, dass Susanne Aizen keine Volljüdin war, sondern als Mischling I. Grades einer deutsch-jüdischen Verbindung entstammte. Die Bemühungen blieben allerdings erfolglos. Trotz des schwebenden Verfahrens wurde Susanne Aizen von der Gestapo Ende 1942 nach Auschwitz abtransportiert, wo sie (18 Jahre) am 11. Januar 1943 ermordet wurde.

Ihr Sohn wuchs bei seiner Großmutter auf.

Pate: Michael Willing

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