Biografie von Günter Nevermann
Besonders deutlich wird die verbrecherische Politik der Nationalsozialisten bei der Ermordung unschuldiger Kinder.
Im Alter von zwei Jahren wurde bei Günter Nevermann die „Littlesche Krankheit“ diagnostiziert. Diese Krankheit verursachten starke Krämpfe, durch welche sein Gang behindert wurden.
1937 erfolgte dann eine geplante Hüftoperation. Der Befund des Arztes am 5. Juli 1939 beschreibt eine stark rundrückige Sitzhaltung sowie einen schwachen Eindruck des Jungen. Die Mutter von Günter möchte trotz der Empfehlung des Arztes der Einlieferung ihres Sohnes nicht zustimmen.
Am 22. September 1942 erhalten die Eltern ein Schreiben von der Pflegeanstalt, indem ihr Kind für schwachsinnig erklärt wird. Der Vater von Günter Nevermann schrieb auf diese Diagnose eine Widerlegung dieser Ansichten. Er betonte, dass sein Kind keinesfalls geisterkrank sei, sondern lediglich an einer Lähmung leide, die in keinem Fall seine psychischen Fähigkeiten beeinträchtigte.
Am 16. Juli 1940 erfolgte die Wiederaufnahme in die Orthopädische Klinik in Rostock. Zur weiteren Behandlung wird Günter am 19. Oktober 1942 in die Pflegeanstalt eingewiesen. In der Nacht vom 16. Dezember 1942 verstirbt er.
In den Unterlagen des damaligen Facharztes für Orthopädie vom 16. März 1942 ist vermerkt, dass der Arzt Günter für nicht förderungswürdig hielt. Günter Nevermann verstarb im Alter von 9 Jahren.
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