Biografie von Hermann Deibler
Hermann Deibler wurde am 14.September 1886 als jüngster Sohn von Ernestine und Nikolaus Deibler in Ulm geboren. Eine Gehirnhautentzündung im Alter von 3 Jahren hinterließ eine Behinderung. Er lebte lange im Haushalt seiner verwitweten Mutter und seinen Schwestern. Die Firma Magirus ehrte ihn am 1. Mai 1926 für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit als Anstreicher. Nach dem Tod seiner Mutter verschärften sich seine Lebensumstände und Hermann fand Aufnahme in der Heil- und Pflegeanstalt
Stetten im Remstal. Dort arbeitete er weiter zuverlässig, hilfsbereit, offen und mitfühlend, wie Zeitzeugen beschreiben. Des Öfteren lebte er zu Besuch bei seinen Schwestern in der Lützowstraße (jetzt Elisabethenstraße) für mehrere Tage.
Hermann Deibler wusste, was um ihn herum geschah. Er berichtete seinen Schwestern von „den grauen Bussen“, die Menschen abholten, die nicht mehr zurückkehrten. Er hatte Angst – und er hatte recht. Seine Schwestern versuchten ihn zu retten, aber am 13. September 1940 wurde er von Stetten nach Grafeneck deportiert, ohne Nachricht an die Familie. Noch am selben Tag wurde er dort mit Gas ermordet. Die Nationalsozialisten gaben als Todesursache eine „akute Lungenentzündung“ an. Hermann Deibler wurde Opfer der „Aktion T4“, eines von Adolf Hitler persönlich angeordneten Mordprogramms an Menschen mit Behinderung.
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