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Familie Wolf

Biografie von Julie Wolf, geb. Müller, Nora Schleisner, geb. Wolf und 3 weitere

Eine ausführliche Dokumentation ist in Vorbereitung!
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VORBEMERKUNGEN
Die Stolpersteine für die Familie von Julie Wolf, geb. Müller (*1874) mit ihrem Sohn Hermann, seiner Frau Hedwig, geb. Nußbaum und ihrem Enkel Martin (*1934) sind im Beisein der heute in Israel lebenden Kinder von Martin bereits am 11.10.2019 verlegt worden. Die seinerzeit dazu veröffentlichten Biografien müssen für diese Dokumentation noch umgearbeitet werden. Bei Interesse können sie vorab unter der unten angegebenen Quelle anfordert werden.

NORA SCHLEISNER, geb. Wolf
ist am 22.01.1900 als Tochter von Max Wolf, gebürtig aus Nesselröden, und Julie, geborene Müller, im Haus Bahnhofstraße 11 geboren. Ihr Vater hat wohl seinen Spitznamen „Barönchen“ vom Schwiegervater Salomon Feitel Müller geerbt, weil beide als Pferde- und Viehhändler hauptsächlich Geschäfte mit den umliegenden Adelsfamilien und Gutspächtern gepflegt haben. Noras Schwester stirbt bereits 1897 bei ihrer Geburt, der 1901 geborene Bruder Hermann flüchtet schon 1934 mit seiner Frau Hedwig und Sohn Martin nach Palästina. Der 1901 geborene Bruder Martin stirbt 1928 in Herleshausen an einer schweren Erkrankung.

Nora ist ausgebildete Kindergärtnerin und leitet in den 1920er Jahren gemeinsam mit ihrer Cousine Hanna Wolf aus Eisenach das jüdische Kinderheim Haus „Weißenburg“ im damaligen Kurort Bad Thal bei Eisenach. Später ist sie in ihrem Beruf in Berlin und Hannover tätig, wo sie den Witwer Karl Schleisner kennen lernt und heiratet. Ihre Tochter Marianne wird im Sommer 1930 in Hannover geboren. Als sich abzeichnet, dass auch Nora‘s Familie aus Deutschland fliehen muss, wird das „Nötigste“ geregelt, das Grundstück in Herleshausen im Sommer 1938 an Familie Martin Ritter verkauft und für die Mutter Julie ein Platz in einem jüdischen Altersheim in Hannover besorgt.

Schon im Sept. 1938 flieht Nora mit Ehemann Karl, Tochter Marianne und ihrem Stiefsohn Wolf nach Palästina, wo sie sich unter damals schwierigsten Bedingungen in Haifa eine neue Existenz aufgebaut haben. Nora verbindet von Kindheit an eine innige Freundschaft zu der etwa gleichaltrigen Leni Wittich, Tochter des damaligen Hauptlehrers Karl Konrad Wittich, die gegenüber der Fam. Wolf im damaligen Schulhaus (heute: Ev. Gemeindehaus neben der Kirche) mit ihr aufgewachsen ist. Die Freundschaft zu Leni (verh. Hagemann), die nach dem Krieg über viele Jahre mit ihrer Familie hier in der Lauchröder Str. 7 gewohnt hat, wird auch nach der NS-Zeit bis zum Tod der beiden Freundinnen intensiv gepflegt.

Ein 1915 aufgenommenes großes Foto in Noras Wohnung mit dem Blick auf die Burgkirche in der Nachbarschaft ihrer Kindheit, bestätigt, dass Herleshausen für Nora bis zum Tod „ihre Heimat“ gewesen ist. Nora stirbt im August 1988. Sie ist zu dieser Zeit bereits seit 16 Jahren verwitwet.

Die Stolpersteine, die an Julie Wolf, geb. Müller, ihren Sohn Hermann mit Ehefrau Hedwig und Sohn Martin erinnern, wurden am 11.10.2019 verlegt. Am 02.06.2023 wurden diese durch den Stein für Martins Schwester Nora ergänzt.

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Quellen & Impressum

WERRATALVEREIN, Zweigverein Südringgau e.V., Herleshausen

ARBEITSKREIS "Stolpersteine Herleshausen und Nesselröden"
HELMUT SCHMIDT, Vorsitzender
Nordstraße 12, 37293 Herleshausen
Telefon: 05654 1010, E-Mail: helmut@schmidt-hlh.de
MARKUS MÜLLER, Mitarbeit
E-Mail: wtv.srgg.medien@mailbox.org