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Fritz Schalk

Biografie von Fritz Schalk

In der Ruchheimer Str. 18, damals noch die Hausnummer 14, wohnte Fritz Schalk (*25.08.1899, Mutterstadt, freireligiös) mit seiner Familie. Von Beruf war er wie sein Vater Schlosser. Schon in jungen Jahren engagierte er sich – genau wie seine Frau Anna geb. Stieber (*17.12.1899, Mutterstadt, protestantisch; Heirat 1923) – bei der SPD. Auch Sohn Fritz (Jahrgang 1925) war engagiertes und erfolgreiches SPD-Mitglied. Der zweite Sohn Walter (Jahrgang 1928) kam bei dem Bombentreffer auf das Wohngebäude der Oggersheimer Straße 36 am 1. Februar 1945 ums Leben.
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges arbeitete Fritz Schalk bei der Reichsbahn. Ab 1923 setzte er sich für den Abwehrkampf gegen die Franzosen ein und wurde Geldkurier für die streikenden Eisenbahner. Mehrmals nahmen ihn die Franzosen fest. Er arbeitete auch für die freien Gewerkschaften und hielt Kontakte zu emigrierten pfälzischen SPD-Spitzenfunktionären in Basel, Zürich und Straßburg. Bis 1933 war er Chef des „Reichsbanners“ in Mutterstadt und bei den letzten freien Reichstagswahlen 1933 kandidierte er für die pfälzische SPD. Das Mandat konnte er nicht mehr annehmen, da die SPD von den Nazis verboten wurde.
Zusammen mit dem Bürgermeister Jakob Weber und anderen SPD, KPD- und Reichsbanner-Mitgliedern wurde er am 13.03.1933 verhaftet. Vom 16.03. bis 12.04.1933 war er in „Schutzhaft“ in Neustadt und direkt im Anschluss im Gefängnis Frankenthal. Entlassen wurde er erst am 16.05.1933.⁷ Er arbeitete aber weiter im Untergrund und nahm am „Flugblattwiderstand“ teil. Schließlich verlor er seine Arbeit als Meister in der Kunstharzabteilung der Firma Raschig in Ludwigshafen, weil er sich weigerte, „bei einem Gemeinschaftsempfang anlässlich einer Führerrede“ in den Übertragungsraum zu gehen und seinen Bruder und einen weiteren Kollegen „veranlasste, das Gleiche zu tun“. Er sollte sich dafür entschuldigen und ein Bußgeld zahlen, was er nicht tat, woraufhin in die Firma entließ. Danach musste er als Vertreter der Nähmaschinenfirma Singer Geld verdienen. Zum 01.12.1937 wollte Schalk als Bildberichterstatter bei der „Frankfurter Zeitung“ anfangen, doch bekam er keine „Gewerbelegitimationskarte“, die er für diese Arbeit benötigte. In einer „Verfügung“ vom 21.11.1937 äußerte die Gestapo Neustadt Bedenken, „nachdem die Erfahrung gezeigt hat, dass ehemalige Angehörige des Marxismus bei Ausübung von Reisetätigkeiten diese auch zu marxistischer Propaganda ausgenützt haben“. Zu diesem Zeitpunkt war Schalk jedoch schon tot: Er starb am 08.11.1937 in Ludwigshafen bei einem Motorradunfall, der entgegen aller Gerüchte wohl tatsächlich ein Unglück war.
Am 11.11.1937 fand die Beerdigung in Mutterstadt statt, an der ca. 1000 Menschen teilgenommen haben sollen. Ein freireligiöser Prediger sprach vor der Menschenmenge. Das Begräbnis wurde von der Gestapo überwacht.

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