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Greilsheimer, Flora Agatha, Lahrgasse 14, Friesenheim

Biografie von Flora Agatha Greilsheimer

Flora Agatha Greilsheimer, geb. am 05.02.1894 betreute Ihre Mutter Sara bis zu deren Tod im Jahre 1940, noch vor den Deportationen, im Alter von 84 Jahren.
Flora wurde am 22.10.1940 nach Gurs deportiert und am 10.08.1942 nach Auschwitz verbracht und ist dort umgekommen.

Ihr Vater Isaak Greilsheimer heiratete Jahre 1880 Sara Weil aus Kippenheim und zog aus seinem Elternhaus in der Friesenheimer Hauptstraße 59 in die Lahrgasse.
Das kleine Haus stand direkt neben der Synagoge, diese wurde von der Familie Greilsheimer betreut. lsaak Greilsheimer verstarb im Jahre 1929.
Seine Frau Sara Greilsheimer durfte auch nach dem Tod ihres Mannes die glückliche Entwicklung.der Familie erleben, mußte jedoch auch die schreckliche Zeit des Dritten Reiches erdulden.

Das Schicksal der Söhne von Isaak Greilsheimer:

Josef Greilsheimer, geb. 18.04.1882
Nach seiner Eheschließung betreibt er in der Adlerstr. 19 eine Vertretung für Chem. Produkte, später verzieht er nach Gailingen Er wird von dort aus deportiert.

Hermann Greilsheimer, geb. 12.03.1885
Er betreibt in der Lahrgasse 14 und in Mannheim einen Textilversand. Bereits 1938 muß er sein Geschäft abwickeln.
Sein Warenbestand wird von der staatlichen Wirtschaftsgruppe für Einzelhandel übernommen.
Die Verbindlichkeiten des Geschäftes sind vorab restlos zu erfüllen.
Der Betreff der Verfügung an Hermann Greilsheimer lautet: „Ausschaltung der Juden aus dem Deutschen Wirtschaftsleben". Hermann Greilsheimer wurde von Mannheim aus nach Gurs deportiert.

Julius Greilsheimer, geb. 29.04.1890
Nach dem Abitur in Lahr studierte er am Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau.
Im Jahre 1925 wurde er vom Oberrat der Israeliten Badens als Bezirksrabbiner angestellt. Er kam in Auschwitz ums Leben.

Ludwig Greilsheimer, geb. 31.10.1896
Er führte den Viehhandel seines Vaters weiter. Nach seiner Heirat gründete er in der Bärengasse 1 eine Familie.
Er mußte im KZ sterben. Seine Frau und die beiden Kinder konnten den Holocaust überleben.

Das Landratsamt Lahr fordert mit Schreiben vom 27.08.1941 die Gemeinde Friesenheim auf, das Anwesen von Sara Greilsheimer zu verkaufen. Angebote sollen an das Finanzamt Lahr übermittelt werden. Die Gemeinde Friesenheim wird Eigentümerin
und bricht nach Kriegsende das Gebäude ab. Das Gelände ist bis heute noch unbebaut.

Übernommen und redigiert von bertram bliss aus:
Ekkehard Klem, Geschichte der Juden in Friesenheim, Erinnerungsplätze und Spuren, Verlag Medien und Dialog Klaus Schubert ISBN 3-933231-91-4

(Darin:
Fundstellen:
- 0SB Friesenheim 5222
Text: Marco Sawallisch)

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Quellen & Impressum

Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim

Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.

Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.

Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.

Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.

Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.

Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.

Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.

Lahr, den 27.01.2025