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Grünewald: Bella und Hans

Biografie von Bella und Hans Grünewald

Großgasse 1: Bella und Hans Grünewald

Jakob Grünewald: Geb. 07.11.1865 Ges. 01.01.1931

Bella Grünewald: Geb. 11.12.1882 Ges. 20.03.1935

Hans Grünewald: Geb. 11.09.1901 Ges. 11.11.1941

Jakob Grünewald war eines der acht Kinder der Eheleute Regine und Herz Grünewald. Er arbeitete mit seinem Bruder Sally in der elterlichen Firma, wo sie mit landwirtschaftlichen Produkten wie Kartoffeln, Saatgut und Tierfutter gehandelt haben.
Seine geschäftlichen Reisen führten Jakob nach Fürth bei Nürnberg, wo er Bella Fleischmann kennen lernte. Bella wurde als eine zurückhaltende Person beschrieben. Im Gegenteil zu ihrer Schwägerin Klara, die mit Ehemann Sally und den Töchtern Gerdi und Lilly im selben Haus, in der Großgasse 1 wohnte. Die beiden heirateten am 24.12.1900 und ihr Sohn Hans kam knapp ein Jahr später in Okarben zur Welt. Hans besuchte die Volksschule, mochte es Bücher zu lesen und liebte es mit seinem Hund Lumpi zu spielen. Die Brüder Jakob und Sally starben kurz hintereinander zwischen 1930 und 1931. Nach dem Tod ihres Mannes führte Klara das Geschäft mit dem Landhandel zunächst weiter. Klara gelang im Sommer 1938 die Auswanderung nach Palästina. Ihre Töchter Gerdi und Lilly waren bereits ein Jahr zuvor nach Palästina gegangen.
Bella ließ sich in den Jahren zuvor auch von Familienangehörigen nicht zur Auswanderung überreden. Sie wollte in der Nähe ihres Sohnes bleiben, der dort Jura studierte und sein Studium mit der Promotion abgeschlossen hat. Als Richter durfte er als Jude jedoch nicht arbeiten.
Hans half anderen Juden bei der Flucht über die Grenze nach Holland und lebte eine Zeit lang bei seiner Tante im Frankfurter Westend. Um den Aktivitäten ihres Sohnes auf die Spur zu kommen, haben die Nationalsozialisten Bella Grünewald mehrfach repressiv verhört. Da die Repressalien der Nazis Bella in die Verzweiflung gebracht haben, hatte sie sich am 20.03.1935 mit einer Überdosis Schlaftabletten selbst umgebracht.
Zu diesem Zeitpunkt wohnte sie in der Beethovenstraße 5a in Frankfurt. Am 15.06.1937 wohnte er noch in Okarben, flüchtete aber später nach Frankfurt, in der Hoffnung die Nazizeit in der Anonymität der Großstadt überstehen zu können. Am 11.11.1941 wurde Hans im Alter von 40 Jahren von Frankfurt aus ins Ghetto Minsk deportiert und ermordet.

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Quellen & Impressum

Initiative “Stolpersteine in Karben“

Hartmut Polzer
Robert-Koch-Str.1, 61184 Karben

In Kooperation mit der Kurt-Schumacher-Schule in Karben in der Projektwoche zum Thema: "Karbener Stadtgeschichte - Digital: Stolpersteine in Karben als App" angeleitet durch Ann-Kathrin Schouwenburg (Geschichtslehrkraft).

Die Texte zu den Stolpersteinen und der Stolperschwelle wurden von den folgenden Schüler*innen verfasst:
Alivkin, Kevin; Decker, Sarah; Demirci, Batuhan; Kiehl, Arvid; Knochenhauer, Maik; Leonhard, Jannis; Malkwitz, Annabelle; Meister, Alva; Nalbant, Seyma; (Oechler, Lars); Steinert, Amon; Steinert, Kara; Straka, Melanie; Toma, Ruben; (Züsch, Elias)