Biografie von Salomon und Hilde Bergheimer
Stolpersteinverlegung am 8.02.2024, 10:40 mit abschliessender Zeremoniefeier
Hier in der Bismarckstraße erinnert seit 1988 jedoch eine Gedenktafel an die jüdische Gemeinde. Eine Gemeinde, die hundert Jahre zuvor voller Hoffnungen und Zuversicht gegründet worden war.
Die jüdische Gemeinde wuchs rasch und konnte bald einen eigenen Kantor beschäftigen. Im Jahr 1906 übernahm Salomon Bergheimer im jungen Alter von noch nicht einmal 20 Jahren die Religionslehrer- und Kantorenstelle in der Gemeinde. Zu seinen Aufgaben gehörte auch der Religionsunterricht für die wenigen jüdischen Schüler des Lahrer Gymnasiums.
Geboren wurde Salomon Bergheimer am 17. August 1887 in Diersburg, man hatte also in Lahr mit Bergheimer einen Kandidaten aus der Region gefunden. Er übte dieses Amt hier 30 Jahre lang aus. In diesen Jahren ist Salomon Bergheimer mehrmals in Lahr umgezogen, zuletzt wohnte er mit seiner Frau in der Lotzbeckstraße.
Im Mai 1925 hatte Salomon Bergheimer die aus Bruchsal stammende Hilde Zivi geheiratet. Hilde Bergheimer lebte also elf Jahre in unserer Stadt. Sie war zehn Jahre jünger als ihr Mann, beide hatten einen Sohn, der jedoch am Tag der Geburt starb.
Im Jahr 1936 zogen Salomon und Hilde Bergheimer von Lahr nach Mannheim, wo die mit Abstand größte jüdische Gemeinde in Baden ansässig war. Am 22. Okt. 1940 wurden Salomon und Hilde Bergheimer wie die meisten badischen Juden und Jüdinnen in das südfranzösische Internierungslager Gurs [sprich: Gürs] deportiert. Sie blieben fast zwei Jahre dort, wahrscheinlich kamen sie zwischenzeitlich noch in ein Nebenlager in Rivesaltes. Am 14. August 1942 wurde das Ehepaar über das Sammellager Drancy bei Paris mit dem Transport Nr. 19 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dieser Transport umfasste annähernd 1.000 Personen aus den französischen Lagern. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Deportierten gleich am Tag der Ankunft des Zugs in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet worden.
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Quellen & Impressum
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025