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Michael Hojnacki

Biografie von Michael Hojnacki

Steinfurthstraße 26 ... Hier wohnte Michael Hojnacki

Der Schuhmacher Michael Hojnacki senior, geboren am 18. September 1881 in Trebisheim (Trzebisławki) sorgte mit einem kleinen Geschäft in der Steinfurthstraße 26 in Rotthausen für den Lebensunterhalt seiner Frau Agnes und dem der gemein-samen sieben Kinder. Michael Hojnacki war auch aktiv im "Polenbund" tätig. Er war Deutscher, hatte im 1. Weltkrieg für das Deutsche Reich als hoch dekorierter Feldwebel gedient.

Wenige Tage nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 stellte sich Michael Hojnacki mit einer Geige auf den Hof des Hauses an der Steinfurthstraße, spielte und sang die polnische Nationalhymne (Mazurek Dąbrowskiego): "Noch ist Polen nicht verloren (...)" - seine Form von Protest gegen den deutschen Überfall auf sein geliebtes Heimatland.

Hojnacki mag geahnt haben, dass diese Handlung für ihn nicht ohne Folgen bleibt, denn die polnische Minderheit in Deutschland war bereits seit der Machtübergabe im Januar 1933 an die Nazis vielfältigen Diskriminierungen und Schikanen seitens des NS-Regimes und auch durch die deutsche Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt.

Michael Hojnacki wurde von einem Nachbarn bei den NS-Behörden denunziert, verhaftet und in das Gefängnis Gelsenkirchen gebracht. Der Name des Denunzianten war bekannt, ihm geschah jedoch nach dem Krieg bis auf eine Tracht Prügel nichts. Vom Gelsenkirchener Gefängnis wurde Michael Hojnacki am 22. November 1939 in das KZ Sachsenhausen gerbracht, dann weiter in das KZ Neuengamme (Hamburg) verschleppt und am 22. Juni 1940 in das KZ Dachau verlegt. Dort starb Michael Hojnacki am 15. Juli 1940 unter ungeklärten Umständen. Zeitgleich mit seinem Leidensweg befanden sich seine beiden Söhne als Soldaten im 2. Weltkrieg, der jüngste Sohn ertrank jämmerlich in einem U-Boot.

Gelsenkirchener Friedensfreunde haben mit einer am Antikriegstag gestarteten Sammelpatenschaft den Stolperstein für Michael Hojnacki finanziert.

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