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Verlegestelle Am Gerbergraben

Biografie von Helene Taitel und Josef Lothar Guthmann

Stolpersteine verlegt am 01.09.2008 in der Bleichergasse in Attendorn.

Gestiftet von Brigitte Puth und ihren Schwestern.

Zwei Stolpersteine verlegt für

Josef Lothar Guthmann
*28.06.1898 in Attendorn
Deportiert 1942 nach Izbica und dort ermordet.

Hildegard Helene Taitel, geborene Guthmann
*10.08.1895 in Attendorn
Schwester von Josef Lothar Guthmann, deportiert und ermordet im
Ghetto Dombrowa oder in Auschwitz.

Nähere Infos:

Helene, die ältere Tochter von Karolina und Albert Guthmann, besuchte zunächst die Mädchenschule am Neuen Markt in Attendorn, vermutlich hat sie anschließend im Haushalt und in der Metzgerei der Eltern mitgearbeitet. Am 29.09.1923 heiratete sie Abram Taitel, der aus Polen nach Deutschland eingewandert war. Das Ehepaar zog nach Herne. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Werner Wolf (*03.07.1924), Waltraud (*10.02.1929) und Isidor (*11.10.1938). Im November 1938 wurde die Familie Taitel nach Polen abgeschoben. Die Familie kam nach Neu-Bencin (Zbaszyn).

Wolf-Werner, der älteste Sohn, erhielt am 20.04.1939 ein Ausreisevisum nach Australien, er war zu der Zeit 15 Jahre alt. Seine Eltern und die beiden jüngeren Geschwister wurden nach dem deutschen Überfall auf Polen in das Ghetto Dombrowa bei Auschwitz „umgesiedelt“. Die Familie Taitel ist entweder in Dombrawa oder in Auschwitz zu Tode gekommen.

Josef Lothar Guthmann wurde als letztes Kind der Familie Albert und Karolina Guthmann geboren. Er besuchte die katholische Volksschule in Attendorn und erlernte dann wie sein Großvater und Vater das Metzgerhandwerk. Um sich weiter in seinem Beruf zu bilden, zog er im Oktober 1924 nach Hagen. Anschließend meldete er sich wieder in Attendorn und arbeitete dort als Metzger. Am 23.12.1928 heiratete er Rosa Friedmann, die am 05.11.1895 in Höchheim (Franken) geboren war. Lothar und Rosa Guthmann wohnten mit im Hause von Rosas Mutter Berta. Das Ehepaar blieb kinderlos, Lothar arbeitete auch in Höchheim als Metzger. Am 25. April 1942 wurde Lothar Guthmann laut Deportationsliste Würzburg mit seiner Frau Rosa und der gesamten Familie Friedmann nach Izbica in Ostpolen „evakuiert“. Izbica war ein Durchgangslager für das Vernichtungslager Sobibor. Ob Lothar Guthmann in Izbica oder in Sobibor ermordet wurde, weiß man nicht.

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