Biografie von Katharina Vieser
Katharina Vieser wurde am 21.11.1898 in Lahr geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Strefanienstraße 7.
Katharina galt als fröhliches Mädchen. In der Schule lernte sie mit Fleiß.
Am 3 März 1923 heiratete sie Herrmann Krampfert (*4.3.1899), einen Holzbildhauer aus Mietersheim. Ihr Vater starb im Dezember 1924. Drei Monate später folgt die schwere Geburt ihres ersten Sohnes.
Katharina Vieser erlitt daraufhin eine Wochenbettdepression und wurde "fürsorglich" im Mai 1925 in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, wo sie ein halbes Jahr verbrachte.
Ihr zweiter Sohn kam 1929 auf die Welt.
Zwei Jahre später wurde Katharina Vieser abermals eingewiesen, diesmal in die "Heil- und Pflegeanstalt" Emmendingen. Zwar wurde sie zwischenzeitlich entlassen, kehrte jedoch nach drei Monaten nach Emmendingen zurück. Es folgte ein Psychiatrie-Aufenthalt von acht Jahren.
Alle Bemühungen, in der Zwischenzeit nach Hause zurück zu kehren, waren vergeblich.
Die Ehe zwischen Katharina Vieser und Herrmann Krampfert wurde im Juli 1934 geschieden.
Die Ärzte diagnostizierten "endogene Schizophrenie". Dies kam einem Todesurteil gleich.
Am 26.11.1940 wurde Katharina Vieser nach Grafeneck, der Tötungsanstalt des nazionalsozialistischen Regimes im baden-württembergischen Landkreis Reutlingen "verlegt" und dort ermordet. In der offiziellen Erklärung heißt es zynisch, sie sei sanft in den Tod "hinübergeglitten".
Katharina Viesers Enkelin Gardy Ruder lebt noch heute in Lahr und hat die Verlegung der ersten Stoplersteine in Lahr initiiert.
Quelle:
Stolpersteine in Lahr
Ein Geschichtsprojekt mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 10a der Friedrichschule in Lahr, Schuljahr 2013/2014
ISBN 978-3-89735-865-2, Hrsg Historischer Verein für Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land Lahr. Verlag Regionalkultur Ubstadt-Weiher
(S. 79-80, Gardy Käthe Ruder)
Quelle:
Ortssippenbuch Mietersheim, von Klaus Siefert, Selbstverlag der Herausgebers, Albert Köbele, Grafenhausen bei Lahr/Baden 1975
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Quellen & Impressum
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025