Biografie von Wilhelm Johannes Böhme
Wilhelm Johannes Böhme wurde am 11. April 1881 im Landkreis Zwickau in Sachsen geboren. Seine Eltern waren der Brauereibesitzer Friedrich Wilhelm Böhme und Emma Böhme geb. Vetter. Johannes Böhme war von Geburt an blind.
Fünf Jahre lang nahm er Privatunterricht, später besuchte er für drei Jahre ein Gymnasium. Nach seinem Schulabschluss übte Böhme den Beruf des Kaufmanns aus.
Seine Konfession war evangelisch. Er war ledig und kinderlos.
Nachdem sein Vater früh verstorben und die väterliche Brauerei einem Brand zum Opfer gefallen war, zog Böhme 1933 in die Eichrodtstraße 9, wo er mit seiner Schwester zusammenlebte. Dies war seine letzte selbst gewählte Wohnstätte.
Johannes Böhme wurden „homosexuelle Handlungen“ vorgeworfen, die ihm aber nie nachgewiesen werden konnten. Er wurde vom Landgericht Freiburg zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Zusätzlich wurde die Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen angeordnet. Am 21. März 1944 wurde Böhme zur Arbeitsleistung in das elsässische Straf- und Arbeitslager Natzweiler-Struthof „verlegt“.
Ihm wurde die Häftlingsnummer 8055 zugeteilt. Johannes Böhme war wegen seiner allgemein schlechten Verfassung und seiner Blindheit nur beschränkt einsatzfähig.
20 Tage später, am 10. April 1944, wurde er im KZ ermordet.
Aus dem Straf- und Arbeitslager Naztweiler-Struthof gibt es noch eine kurze Personenbeschreibung: „Größe 1,68 m., Gewicht 49kg, Haare grau, Augen blau, Kopf länglich, Hören gut, Gebiss lückenhaft“.
Der Mensch, reduziert auf Zahlen und Daten, und nur manchmal auf Fakten.
Eine gut erarbeitete ausführliche Biografie findet sich auf:
https://der-liebe-wegen.org/?profil=johannes-boehme
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Quellen & Impressum
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025