Biografie von Mendel, Regina, Sali und Sonja Krzepicki
Alexanderstr. 46
Familie Krzepicki
Regina Korzuch, geb. am 31.8.1899 in Z?sczów, verließ als junge Frau Polen und kam mit ihren älteren Schwestern Fela (siehe Stolperstein Dorotheenplatz) und Paula nach dem I. Weltkrieg nach Leipzig. Hier lernte sie Mendel Krzepicki, geb. am 9.8.1900 ebenfalls in Z?sczów, in der Schneiderei ihrer Familie kennen. Im Jahr 1922 heirateten sie und eröffneten ihr eigenes Schneidergeschäft in der Großen Fleischergasse 9. Am 14.6.1924 kam ihr Sohn Sali und am 28.4.1930 ihre Tochter Sonja zur Welt.
Nachdem sich die Lebenssituation für die jüdischen Menschen nach der Pogromnacht im November 1938 dramatisch zuspitzte, entschlossen sich die Eltern ihre Kinder ins Ausland zu bringen. Sali und Sonja verließen Leipzig am 30. Januar 1939 mit Hilfe des Roten Kreuzes nach Brüssel. Im März 1939 gelang den Eltern illegal die Flucht nach Brüssel.
Nach dem deutschen Überfall auf Belgien im Mai 1940 kam die Diskriminierung zurück. Im Juli 1942 errichtete die SS in Mecheln ein Sammellager für die belgischen Juden. Von hier aus gingen die Transporte in die deutschen Vernichtungslager. Bereits am 11. August 1942 deportierte man Mendel Krzepicki (42 Jahre) mit weiteren 998 Menschen nach Auschwitz. Am 9. September 1942 wurde er ermordet.
Der 18-jährige Sali befürchtete ebenfalls die Deportation aus Brüssel. So wagte er mit drei Freunden im Oktober 1942 die Flucht in die Schweiz. Mit fremder Hilfe erreichten sie am 2. November 1942 Zürich. Nachdem Sali seiner Familie in Brüssel mitteilen konnte, dass seine Flucht geglückt war, riskierte seine 12-jährige Schwester ebenfalls diesen Weg. Von Fluchthelfern unterstützt erreichte Sonja am 3. Januar 1943 die Schweiz. Bis zum 16.2.1943 lebte sie in einem Flüchtlingslager. Dann wurde Sonja von einer Familie aufgenommen und überlebte den Krieg.
Regina Krzepicki überlebte ebenfalls den Massenmord. Sie konnte sich seit 1943 auf dem Dachboden eines Wohnhauses in Brüssel verstecken. Unheilbar traumatisiert blieb sie Zeit ihres Lebens auf Hilfe angewiesen.
Patenschaft: Helen Rosenbaum (Australien - Tochter von Sonja Krzepicki)
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