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Kriegsdienstverweigerer: Vater und Sohn

Biografie von Friedrich und Walter Thumann

Friedrich Thumann und sein Sohn Walter waren „Bibelforscher“, wie Jehovas Zeugen damals genannt wurden. Sie waren Pazifisten. Im Deutschen Reich war im März 1935 die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt worden. Vater und Sohn erhielten 1943 am gleichen Tag den Einberufungsbefehl.

Vater Friedrich war schon als junger Mann im 1. Weltkrieg Soldat. Er stellte sich nicht und wurde verhaftet. Nach dem Urteil kam er ins Wehrmachtsgefängnis Gießen. Kurz vor Kriegsende wurde er dort an einem unbekannten Tag erschossen.

Sohn Walter war gerade 18 Jahre alt geworden. Er meldete sich bei seiner Ausbildungseinheit. Als es zur Vereidigung ging, verweigerte Sohn Walter den „Eid auf den Führer“. Dafür kam er ins Wehrmachtsgefängnis Wetzlar, dann in die Haftanstalt Torgau und ins Haftkrankenhaus Berlin-Buch. Er wurde schwer gefoltert. Dann wurde er vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 2.Mai 1944 vollstreckt. Er wurde 19 Jahre alt.

aus Unterm Hakenkreuz S.117-120
2 Stolpersteine gesetzt am 2.11.2012 Hartmannsdorfer Weg 4
Zur Familie gehört auch die 1929 geborene Tochter Marianne.

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