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Familie Gutwilen

Biografie von Abraham Gutwilen, Renata Gutwilen und 4 weitere

Als Abraham und Renata Gutwilen um 1920 nach Gera kamen, waren sie etwa 25 und 30 Jahre alt. In Gera wurden ihre vier Kinder geboren: Leo, Henriette, und die Zwillinge Hermann und Helene.

Abraham war selbständiger Textilkaufmann und besaß ein Ladengeschäft in der Zschochernstraße. Renata war Kunststopferin und mithelfende Ehefrau.

Die Kinder Leo (17) und Henriette (16) waren gerade alt genug, um mit der Jugend-Alijah 1938 nach Palästina zu entkommen. Zuvor hatten sie bereits seit 1934 auf dem Landgut Groß-Breesen bei Trebnitz in Schlesien Landwirtschaft gelernt. Das sollte ihnen in Palästina helfen.

Am 28. Oktober 1938 wurden das Elternpaar und die Zwillinge überraschend verhaftet. Gemeinsam mit etwa 110 Geraer „Ostjuden“ und „Staatenlosen“ aller Generationen wurden sie gezwungen, zum Hauptbahnhof zu laufen. Dort mussten sie in die Personenwagen eines Reichsbahnzuges einsteigen. Die wurden verschlossen. Endstation war der polnische Grenzort Zbaszyn (Bentschen). Dort gab es als Unterkunft nur einige Pferdeställe. Danach lebten sie drei Jahre im Ghetto Litzmannstadt (Lodz).

Am 25.3.1942 wurden sie Opfer der täglichen Gas- Kraftwagen-Deportationen nach Kulmhof (Chelmno). Abraham wurde 47, Renata 53 und die Zwillinge nur 10 Jahre alt.

Altenburger Straße 6
Die Stolpersteine wurden gesetzt am 19.03.2015 (M.W.)

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