Biografie von Kaplan Aloys Scholze
Der katholische Pfarrer Aloys Scholze starb am 1. September 1942 in Dachau an Darmtyphus. 13 Monate hatte er im Priesterblock die Lagerhaft erlitten. Er war katholischer Priester und Gegner des Nationalsozialismus.
1893 wurde er in der kinderreichen Familie eines Buchhändlers in Dresden geboren. Ab 1915 war er Kriegsteilnehmer im 1. Weltkrieg in Frankreich. Dort lernte er Französisch. Mit diesen Sprachkenntnissen konnte er später französische Fremdarbeiter trotz Verbots seelsorgerisch betreuen.
Er studierte in Breslau und Paderborn Theologie. Dort wurde er auch zum Priester geweiht. Von 1921-26 wirkte Aloys Scholze in Gera als Kaplan. Es war seine erste Stelle. Er wird als beliebter Seelsorger beschrieben, der in der jungen Geraer Gemeinde besonders mit den Jugendlichen gut umgehen konnte. Er war von sehr guter körperlicher Konstitution und ein gesunder, schlanker, sportlicher Typ.
Später wurde er Pfarrer in der Lausitz, nahe der Grenze zur Tschechoslowakei. Das Nachbarland war in den ersten Monaten nach der Machtergreifung Ziel vieler Regimegegner. Er betätigte sich als Fluchthelfer.
Diese Aktivitäten und seine unbeugsame Haltung wurden ihm zum Verhängnis. Bereits Anfang Mai 1941 wurde er erstmals verhaftet. Grund war die gelungene Flucht des Sozialdemokraten Helmuth Klotz 1933. 1940 wird er von der Gestapo in Frankreich gefaßt, dann verurteilt und hingerichtet. Für ihn gibt es in Berlin auch einen Stolperstein. Stolperstein gesetzt am 19.3.2015. (MW und PSt, Berlin)
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