Biografie von Emmy Frankfurter
Parkstraße 2 (Verlegung am 29.10.2016)
Emmy Frankfurter, geb. Metzler wurde 1878 in Sobernheim an der Nahe geboren. Ihr Mann Eugen Frankfurter starb schon 1912. Zunächst führte sie das Geschäft ihres Mannes in Dillingen an der Saar weiter. In den 20er Jahren arbeitete sie als Geschäftsfrau, u.a. auch in einer Bäckerei in München. Kurz vor ihrem 59. Geburtstag zog sie nach Ulm, wo ihre einzige Tochter Hilde Baer mit ihrem Mann Felix und ihrer Tochter Hannie lebte.
Dort wohnte sie mit Charlotte Baer, der Mutter ihres Schwiegersohnes, in der Parkstraße 2. Nach deren Emigration zog sie 1939 zu ihrer Tochter in der (heute nicht mehr vorhandenen) Krafftstraße. Im September 1940 konnte diese aber mit Mann und Tochter in die USA fliehen. Emmy Frankfurter war nicht dabei, wohl deshalb, weil sie keinen Bürgen in den USA hatte.
Sie musste zwangsweise ab 1.11. 1940 in das „Judenhaus“ Neutorstraße 15 umziehen. Die Briefe, die sie von dort mit ihren „geliebten Drei“ wechselte, sind teilweise erhalten. Am 26. April 1942 wurde Emmy Frankfurter in das Transitghetto Izbica in Polen deportiert. Wohl am 3. November 1942 schrieb sie: „Dies sind meine letzten Zeilen an euch. Ich gehe ins Unbekannte. Mir geht’s gut…“. Wann genau und wo Emmy Frankfurter gestorben ist, ist unbekannt.
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