Biografie von Karl Rueff
Frauenstraße 28 (Verlegung am 25.05.2016)
Der 1892 geborene Karl Rueff kam aus einer Ulmer Kaufmannsfamilie. Mit seinen Eltern und drei Schwestern wohnte er im Elchinger Hof in der Frauenstraße. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig zur Truppe, kämpfte vier Jahre lang, wurde Offizier und dann kurz vor Kriegsende schwer verwundet. Bei der Genesung wurde offensichtlich, dass die Kriegserlebnisse ihm schwer zugesetzt hatten. Als „reaktive Psychose“ beschriebene Gewaltausbrüche wechselten sich mit suizidalen Gedanken ab.
Nachdem ein Aufenthalt in der Heilanstalt Rottenmünster keine Besserung herbeiführte, entschied sich seine Familie ihn nach Hause zu bringen. Eine anschliessende Einweisung in die Tübinger Universitätsklinik wurde auf dieselbe Art unterbrochen, aber die Hoffnung Karl zuhause pflegen zu können musste 1924 endgültig aufgegeben werden. Er wurde in die Heilanstalt Schussenried eingewiesen, wo ihn seine Familie regelmäßig besuchte. Am 18.6.1940 wurde er im Rahmen der nationalsozialistischen „Aktion T4“ in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und dort mit Gas ermordet.
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