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Familie Guckenheimer

Biografie von Adolf Guckenheimer, Jg. 1877, Settchen Guckenheimer, Jg. 1880 und 4 weitere

Walter-Rathenau-Str. 16 war Wohnhaus und Firmensitz der Familie Guckenheimer. Bereits im 19. Jahrhundert befand sich hier ein Handel für Baustoffe, Dünger und Kohlen, gegründet von Simon Guckenheimer, der auf dem hiesigen Jüdischen Friedhof sein Grab hat. Seine Söhne Adolf Guckenheimer (Jg. 1877) und Ludwig (Jg. 1873) führten in den 1930er Jahren das Geschäft. Die beiden Brüder wurden bereits 1933 von Antisemiten am Ort angegriffen und schwer misshandelt. Adolf und seine Frau Settchen (Jg. 1880) zogen 1934 nach Frankfurt am Main, um dem hiesigen Antisemitismus zu entfliehen. Von Frankfurt aus wurden sie 1941 nach Kaunas deportiert und dort ermordet.
Ludwig und seine Frau Rosa (Jg. 1876) verzogen Ende 1933 nach Wiesbaden. Während Ludwig 1933 die Flucht nach Italien/San Remo gelang und dort bereits 1937 starb, wurde Rosa 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet. Im Haus lebte auch ihre Tochter Lucie Levi (Jg. 1906) mit ihrem Ehemann Julius Levi (Jg. 1894). Auch ihnen gelang über Wiesbaden die Flucht 1937 zunächst nach San Remo und später in die USA.
Viele weitere namentlich bekannte Verwandte der Guckenheimers lebten in anderen Orten in der Umgebung. Die meisten von ihnen wurden ebenfalls Opfer des Nationalsozialismus. Überlebt haben die Schwestern und Enkel von Adolf und Settchen Lieselotte und Ruth durch ihre Flucht in die USA.
Mehr Infos auf www.erinnerung.org
Stolpersteinverlegung am 21.5.2016

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Quellen & Impressum

Erinnerungsinitiative "Juden in Groß-Gerau. Eine lokale Spurensuche"

Auf unserer Webseite finden Sie weitere Informationen über die 700 Jahre lange Geschichte der jüdischen Gemeinde in Groß-Gerau. Dort werden auch alle bis heute festgestellten Wohn- und Geschäftshäuser mit ihren damaligen Bewohnern vorgestellt, für die bisher noch keine Stolpersteine verlegt wurden.

www.erinnerung.org
Hans-Georg Vorndran, Büttelborn
info@erinnerung.org

In Kooperation mit dem Evangelischen Dekanat Groß-Gerau und dem Förderverein für jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau e.V. Die Erinnerungsinitiative "Juden in Groß-Gerau" ist Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen (LAG).