Biografie von Otto und Kurt Degenkolb
Otto Degenkolb wurde am 20. August 1896 in Weixdorf als Sohn eines Maurers geboren. Er wohnte in Weixdorf, Moritzburger Straße 43.
Nach der Schule arbeitete er zunächst in der Landwirtschaft, später in einer Buchdruckerei in Dresden. 1915 bis 1919 nahm er am ersten Weltkrieg teil, wurde verwundet und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Nach dem Krieg arbeitete er in einer Spedition. Er heiratete 1921 und hatte zwei Kinder.
Seiner Einberufung im Jahr 1939 kam nicht nach und wurde verhaftet. Am 19.10.1939 wurde er durch ein Dresdner Ersatztruppengericht wegen Fahnenflucht (Nichtbefolgen des Einberufungsbefehls) zu lebenslanger Zuchthaushaft verurteilt, das Urteil wurde ausgesetzt zur „Feindbewährung“ im Infanterie-Ersatzbataillon 500. Bis zum 30. Mai 1942 kämpfte Otto Degenkolb an der Ostfront. Nach einem längeren Lazarettaufenthalt erklärte er am 16. März 1943, wieder an die Front gehen zu wollen. Am 5. Juli 1943 erklärte er jedoch, aufgrund seines Glaubens keinen Kriegsdienst leisten zu können und bleibe auch bei dieser Aussage. Schließlich wurde er am 8. Oktober 1943 vom Reichskriegsgericht in Berlin zum Tode verurteilt und am 11. Februar 1944 in Halle/Saale enthauptet.
Kurt Degenkolb wurde am 15. April 1924 in Weixdorf als Sohn des Arbeiters Otto Degenkolb geboren. Die Bibelforscherfamilie Degenkolb wohnte in Weixdorf/Sachsen, das heute zu Dresden gehört. Kurt Degenkolb wohnte zuletzt in Weixdorf, Radeburger Straße 33.
Er besuchte die Volksschule Weixdorf und absolvierte nach der Schulzeit eine Lehre als Elekromechaniker. Ende Januar 1943 erhielt er den Einberufungsbefehl. Am 4. Februar erschien er in Dresden beim Wehrbezirkskommando und erklärte, dass er aufgrund seines Glaubens keinen Kriegsdienst leisten könne. Er wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Bei der Vernehmung am 29. März bleib er bei seiner Aussage und wiederholte diese auch bei der Hauptverhandlung. Am 8. Juni 1943 wurde Kurt Degenkolb wegen Kriegsdienstverweigerung vom Reichskriegsgericht Berlin zum Tode verurteilt und am 20. Juli 1943 im Zuchthaus Brandenburg-Görden enthauptet.
Quellen:
Geschichtsarbeit im Zuge einer besonderen Lernleistung am Gymnasium Dresden-Klotzsche von Robin Koßmann; Schriftenreihe Colloquium Band 12 - Denn es steht geschrieben: „Du sollst nicht töten“ von M. Herrberger
Kostenlos dank Ihrer Hilfe
Diese Biografie ist frei zugänglich. Wenn Ihnen der Stolpersteine Guide gefällt, freuen wir uns über einen kleinen Beitrag.
Danke an Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein und 6 weitere.Stolpersteine in der Nähe
Barbara Kühnert7,6 km
Helga Margot Grünewald8 km
Heinz Martin Wendisch8,3 km
Kurt Mosberg8,4 km
Rosa Steinhart8,6 km
Albert Hensel8,7 km
Quellen & Impressum
Stolpersteine für Dresden e.V.
Stolpersteine für Dresden e. V.
Geschäftsstelle: Hatikva e.V., Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Eingetragener Verein beim Amtsgericht Dresden, Vereinsregister: VR 5072
E-Mail: paten(at)stolpersteine-dresden.de