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Wilhelmine Rojahn

Biografie von Wilhelmine Rojahn

Wilhelmine Rojahn, geb. Hackmann, wurde am 14.04.1884 geboren. Sie besuchte das Oberlyzeum in Osnabrück, soll vielseitig begabt gewesen sein und erhielt Klavierunterricht. Wie es damals üblich im gehobenen Bürgertum war, erhielt sie keine Berufsausbildung. Sie wird als eine hübsche, lebenslustige, mittelgroße Frau mit braunen Haaren und zierlichem Körperbau beschrieben. Nach ihrer Eheschließung mit Albert Rojahn ließ sie sich ihren Erbteil auszahlen und zog mit ihrem Mann nach Düsseldorf. Dort bewegte sich das Ehepaar in mondänen Kreisen. Die Ehe blieb kinderlos und endete, als sich ihr Mann anderen Frauen zuwandte. Ein Selbstmordversuch – sie hatte sich aus dem Fenster gestürzt - führte sie wieder nach Osnabrück, wo ihre Familie sie betreuen konnte. Nach einem Krankenhausaufenthalt wurde sie 1931 in der Provinzial- Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück aufgenommen. "Tante Mine", wie sie in der Familie genannt wurde, soll bis zu ihrer Deportation in der Lage gewesen sein, ihre Familie zu besuchen und sich zu unterhalten. Wie andere Patientinnen wurde sie zur Mitarbeit (u.a. als Putzkraft) in der Provinzial- Heil- und Pflegeanstalt herangezogen.
Wilhelmine Rojahn wurde am 24. April 1941 nach Eichberg deportiert. Von dort gelangte sie mit 118 weiteren Menschen am 10. Juni 1941 nach Hadamar. "In der Regel wurden die Patienten eines solchen Transportes noch am Tag der Ankunft in die im Keller der Anstalt befindlichen Gaskammer geschickt und ermordet. Der 10. Juni 1941 ist daher als der wahre Todestag von Frau Rojahn zu betrachten. Das damals offiziell mitgeteilte Todesdatum wurde falsch angegeben, um die Angehörigen zu täuschen." (Auskunft Dr. Lilienthal, Leiter der Gedenkstätte Hadamar vom 21. September 2004) Frau Rojahn ist auf dem Hasefriedhof bestattet.

Quellen: Berger, Eva: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Bramsche 1999, S. 267f; Schriftliche Auskunft von Dr. Lilienthal, Leiter der Gedenkstätte Hadamar vom 21. September 2004; Gespräch mit der Großnichte Frau Pestinger am 23. August 2007; Quellenangabe für die Adresse: Großnichte Frau Anja Pestinger.

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