Biografie von Maria Junker
Maria Junker wurde als Maria Düttmann am 24.08.1904 als älteste Tochter der Eheleute Heinrich und Margarete Düttmann in Neuhaus bei Paderborn geboren. Sie hatte noch vier Schwestern und zwei Brüder. Der Vater war Zollsektretär. 1920 zog die Familie nach Osnabrück. Maria Düttmann heiratete 1925 mit 21 Jahren den sechs Jahre älteren Schlosser Georg Junker. Beide waren katholisch. Ihr erstes Kind, eine Tochter, wurde 1925 geboren. 1926 und 1928 folgten zwei Söhne.
Am 13.03.1936 wurde Maria Junker in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück aufgenommen. Sie war 31, ihre Kinder 11, 10 und 8 Jahre alt. Fünf Jahre später, Anfang 1941, wurde auch ihr Mann Georg in die Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück, eingewiesen. Die Familie hatte mit im Hause der verwitweten Mutter von Maria Junker gelebt. Es ist wahrscheinlich, dass die Großmutter sich weiter um ihre Enkelkinder kümmerte. Maria Junker wurde am 18.09.1942 von der Osnabrücker Anstalt mit einem Frauentransport nach Hildesheim verlegt. Sieben Monate später wurde Maria Junker am 13.04.1943 mit einem Transport von insgesamt 65 Frauen aus Hildesheim nach Altscherbitz gebracht. Dort kam sie im Alter von nur 40 Jahren, am 16.05.1944 zu Tode. Als Todesursache wurde körperliche Erschöpfung eingetragen. In Altscherbitz starben jedoch viele Patienten an Unterernährung und hochdosierter Medikamentengabe. Maria Junker wurde am 20.05.1944 auf dem Anstaltsfriedhof begraben.
In der Osnabrücker Einwohnermeldekartei ist für Georg Junker 1945 ein "Wegzug" nach Wunsd(t)orf Südstaße 25 dokumentiert. Das war und ist die Adresse der Psychiatrischen Anstalt. Seit dem 18.02.1949 war er wieder in Osnabrück gemeldet. Georg Junker starb am 11. Mai 1954 im Alter von 55 Jahren.
Quellen: Dep 3b XVIII Nr. 125; Dep 3b XVIII Nr. 367; Niedersächsisches Landesarchiv - Standort Osnabrück, Dep 3c Nr. 2000 /Auskunft Niedersächsisches Landesarchiv - Standort Osnabrück; Archiv des ehemaligen Sächsischen Krankenhauses Altscherbitz, Totenliste vom 1.2.1943 - 25.11.1945 nach Hirschinger, Frank, "Zur Ausmerzung freigegeben": Halle und die Landesheilanstalt Altscherbitz 1933 1945, Köln 2001 (Daten bestätigt per Mail von Frank Hirschinger); Altscherbitz - Verschiebestation in den Tod, in: Hallische Beiträge zur Zeitgeschichte, Heft 6, 1999, S. 5-21; Rep 727 Akz 13/85 - Jahr 1942 Nr. 5468; Lisa Böhne: "Osnabrücker Schicksale" - bisher unveröffentlichtes Manuskript, Osnabrück 2014.
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