Biografie von Siegfried Geisel, Klara Geisel und Mathilde Gamiel
Siegfried Geisel, * 06.05.1879, hatte in Merl die Metzgerei seiner Eltern übernommen. Seine Frau Klara, geb. Gamiel, * 15.12.1878 in Argenschwang, arbeitete im gemeinsamen Betrieb.
Die beiden Töchter, Bella und Meta waren verheiratet und lebten in Sinzig-Bad Bodendorf bzw. Köln. Beiden gelang mit ihren Familien die Flucht in die USA.
Siegfried und Klara Geisel wurden am 30. April 1942 mit dem Zug ab Bullay nach Koblenz-Lützel verbracht. Von dort aus ging ein Transport von insgesamt 770 Menschen nach Krasnicyn. Unter diesen befanden sich auch 104 Personen, die aus in den „Israelitischen Heil- und Pflegeanstalten“ Bendorf-Sayn verschleppt wurden.
Im Ghetto Krasnicyn verliert sich die Spur von Siegfried und Klara Geisel. Das Ghetto diente als Durchgangslager, von wo aus die Deportierten in die Vernichtungslager Sobibor, Belzec, Treblinka und Auschwitz-Birkenau verschickt wurden.
Im Haus der Familie Geisel lebte auch Mathilde Gamiel *17.10.1881 in Argenschwang. Sie war die Schwester von Klara Geisel und half dieser in der Metzgerei.
Mathilde wurde am 11. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Aus Merl wurde sie jedoch anscheinend schon vorher deportiert. In der Transportliste für Theresienstadt ist als Adresse angegeben: „Köln, Horst-Wessel-Platz 14“ (heute: Rathenauplatz). Diese Anschrift ist bei zahlreichen Juden als letzte Wohnadresse angegeben, so dass davon auszugehen ist, dass es sich um ein Ghettohaus handelte.
Theresienstadt galt als „Vorzeige-„ und "Altersghetto". Die Lebensumstände dort waren jedoch so katastrophal, dass ca. ein Viertel der Gefangenen sie nicht überlebte.
Mathilde starb am 14. August 1943. Todesursache: "Lungenentzündung".
Quelle: Spuren der Vergangenheit, Angelika Schleindl
http://mosella-judaica.de/index.html
Siegfried Geisel, * 05.06.1879, took over the butchery of his parents in Merl. His wife Klara, born Gamiel * 12.15.1878 in Argenschwang, worked in the familiy´s business. The two daughters, Bella and Meta were married and lived in Sinzig-Bad Bodendorf and Cologne. Both managed to escape with their families in the United States.
Siegfried and Klara Geisel were taken on 30 April 1942, and sent by train from Bullay to Koblenz-Lützel. From there a transport from a total of 770 people went to Krasnicyn. Among these were also 104 people who were deported from the "Jewish hospitals and nursing homes" Bendorf-Sayn. In the ghetto Krasnicyn the trace of Siegfried and Clare Geisel loses. The ghetto served as a transit camp, from where the deportees were sent to the extermination camp at Sobibor, Belzec, Treblinka and Auschwitz-Birkenau.
In the Geisel-family house lived as well Mathilde Gamiel, * 17.10.1881 in Argenschwang. She was Klara´s sister and helped her in the butcher shop. Mathilde was deported on 11 September 1942 to Theresienstadt ghetto. From Merl she had been apparently deported before. In the transport list for Theresienstadt she is specified at the address: "Cologne, Horst Wessel Platz 14" (now Rathenauplatz). This address is specified for many Jews as the last home address, so that it can be assumed that it was a ghetto house.
Theresienstadt was considered a "flagship" and "old-age ghetto". Still the living conditions there were so catastrophic that about a quarter of the prisoners did not survive.
Mathilde died on August 14, 1943. Cause of death: "pneumonia".
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