Biografie von Josef Haas
Joseph Haas wurde 1899 in Reinhausen geboren. Er war Mitglied der Regenburger Widerstandsgruppe Nuepfarrplatz. Josef Haas wuchs in einer großen Familie
auf, hatte er doch 10 Geschwister. Sein Vater arbeitete als Hilfsarbeiter im Steinbruch amSandberg in Reinhausen, sein Verdienst reichte kaum, die Familie mit der Notwendigsten zu versorgen. Das Elternhaus war stark vom katholischen Glauben geprägt.
Josef Haas besuchte die Volksschule in Reinhausen, konnte aber anschließend keine
Lehrstelle aufnehmen, weil sein Vater das Lehrgeld an den Lehrherrn nicht bezahlen konnte. Deshalb arbeitete er bereits mit 14 Jahren als Hilfsarbeiter in verschiedenen Baufirmen.
Mit 18 Jahren wurde Josef Haas zum Militärdienst eingezogen und erlebte das letzte Jahr des Ersten Weltkriegs an der Westfront. Er machte den zermürbenden und verlustreichen Stellungskrieg mit und erlitt eine Gasvergiftung.
Bis 1922 war er Mitglied der KPD, wechselte anschließend zu der „Freien Arbeiter-Union
Deutschlands“, wo er zudem das Amt des Kassiers übernahm.
Doch dann, eines Tages im Jahr 1923, verletzte er sich während der Arbeit durch einen
eisernen Schlegel, der ihm auf den Fuß fiel. Der Arzt weigerte sich, ihn zu behandeln,
schimpfte ihn einen Simulanten, was den Patienten derart erboste, dass er sich eine 6-wöchige Gefängnisstrafe einhandelte. Die Verletzung jedoch entzündete sich, sodass drei Zehen amputiert werden mussten, später die Mittelfußknochen und 1926 schließlich der linke Fuß. Er war innerhalb weniger Jahre zum Zivilinvaliden geworden und schloß sich im selben Jahr dem „Deutschen Invalidenbund“ an.
Bis 1937 folgten weitere Amputationen der Gliedmaßen, sodass er ständig auf Hilfe angewiesen war. Da er beide Beine und die rechte Hand verloren hatte, bauten ihm Freunde ein kleinen Wagen, der mit drei Rädern ausgestattet und von einem starken Hund gezogen, es ihm ermöglichte, weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen oder auf das Land hinauszufahren.
Nachdem die Mitglieder der „Gruppe Neupfarrplatz“ in den Monaten Oktober bis Dezember1942 verhaftet worden waren, ergaben die anschließenden Vernehmungen im KZ Flossenbürg durch die Gestapo weitere Namen. Josef
Haas wurde verdächtigt und schließlich am 24.2.1943 (zur selben Zeit wie die Geschwister Scholl) verhaftet.
Die Anklage des OLG München lautete auf das Hören ausländischer Radiosender, das
Verbreiten jener Neuigkeiten in der Öffentlichkeit, die Mitgliedschaft in einer kommunistischen Partei undLandesverrat, da er die Rechtmäßigkeit des Einmarsches in Polen bestritt.
Es konnten nicht alle Anklagepunkte belegt werden, das Hören ausländischer Sender war, zumindest bis 1939, nicht verboten, sodass dieser Punkt der Anklage fallengelassen wurde. Strafmildernd wirkte sich sein Einsatz als Soldat im Ersten WK aus. Am Ende wurde Josef Haas zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, auf die 10 Monate
Untersuchungshaft angerechnet wurden, sowie zu 5 Jahren Ehrverlust.
Zur Strafverbüßung wurde Josef Haas in das Zuchthaus Amberg überstellt. Der Direktor und Arzt des Zuchthauses, Fritz Popp, beantragte noch 1944 seine Entlassung. Warum diese Entlassung nicht vollzogen wurde, ist heute unklar. Stattdessen wurde Josef Haas in das KZ Flossenbürg überstellt. Zusammen mit seinem Freund Georg Zaubzer wurde er am 18.8.1944 an der Hinrichtungsstätte erschossen.
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