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Familie Bodenheimer

Biografie von Artur Bodenheimer, Irma Bodenheimer, Margot Bodenheimer und Ricka Oberdorfer

Artur Herzel Bodenheimer wurde 1889 in Straßburg geboren. 1921 heiratet er in Frankfurt/Main Irma Jakobsohn, 1988 in Mannheim geboren. Die sehr gut situierte Kaufmannsfamilie Bodenheimer wohnte bis 1933 in Frankfurt/M. 1922 wurde der Sohn Eric und 1925 die Tochter Margot geboren.

Die Familie wanderte bereits im Juni 1933 nach Straßburg aus, wo sie Verwandte hatte und Artur geboren worden war. Bereits im Herbst 1934 mussten sie nach Saarbrücken zurück, um an ihr inländisches Vermögen zu kommen. Dort wechselt sie von Herbst 1934 bis Herbst 1939 sechs Mal den Wohnsitz und wurde im September 1939 nach Regensburg evakuiert. In Regensburg wohnte Familie Bodenheimer zwei Monate in der gleichen Straße im Hause Nr. 44 und zog dann in die Dechbettener
Straße 13 um. Die Eltern Bodenheimer gingen in Regensburg keiner Arbeit nach, sondern lebten bis zu ihrer Deportation im April 1942 von ihren Ersparnissen.

Der Sohn Eric tauchte vor Kriegsbeginn in Frankreich untergetaucht und wurde von einer französischen Familie aufgenommen, 1942 verhaftet, deportiert, konnte aber fliehen und überlebte in Frankreich.

Artur, Irma und Margot Bodenheimer wurden mit dem 1. Transport am 2.4.1942 von Regensburg nach Piaski deportiert, Ort und Tag ihrer Ermordung ist nicht bekannt.

Ebenfalls in der Dechbettener Str. 13 lebte Ricka Oberdorfer. Sie wurde am 17.12. 1866 in Kleinlangheim im Landkreis Kitzingen geboren, als Tochter des Kaufmanns Gerson Rosenblatt und seiner Ehefrau Marianne, geb. Schmidt.

Ricka Rosenblatt heiratete Samuel Oberdorfer ( geb. am 11.5.1856 in Wittelshofen ). Am 21.11. 1890 wurde ihre Tochter Louise geboren und am 15.3.1893
in Regensburg der Sohn Ludwig. Dieser war im 1. Weltkrieg Offizier. Es ist offen,
wann Ricka und Samuel Oberdorfer nach Regensburg gezogen waren. Samuel Oberdorfer starb 1921 in Regensburg (Friedhof Schillerstr., Grab Nr. 435).

Bei Ricka Oberdorfer in der Dechbettener Str. 13 wohnt auch oft ihr Sohn Ludwig, der als Kaufmann häufig unterwegs war in Frankfurt, München, Regensburg, Nürnberg, wahrscheinlich auch Darmstadt und Düsseldorf, und wieder Regensburg, da
nn Göppingen, wo er die Witwe Elsbeth Johanna Hilb ( mit zwei Töchtern ) heiratet
e. 1937 wird er Teilhaber der Firma seines Schwiegervaters Emil Hilb (Gewebe für Matratzen, Betten- und Polsterwarenfabrikation ). Elsbeth und Ludwig Oberdorfer bekamen am 23.4.1938 einen Sohn, Franz-Sepp.

Am 9. November 1938 – nach der Zerstörung der Göppinger Synagoge – wurde Ludwig festgenommen und ins KZ Dachau gebracht. Dort wurde auf die Häftlinge Druck ausgeübt, ihren Besitz zu verkaufen, um damit die Haft zu ver
kürzen. So musste er nach seiner Entlassung die Fabrik an den NSDAP-Ortsgruppenleiter verkaufen. Die Familie von Ludwig Oberdorfer plante nun die Ausreise zu Verwandten in die USA, was sich zermürbend gestaltete durch immer neue Schikanen bis hin zum Ausreiseverbot im Oktober 1941. Die Familie Oberdorfer wurde mit ihren drei Kindern 1941 nach Riga deportiert, dort seien sie verschollen, vermutlich ermordet.

Von Ricka Oberdorfermusste 1942 aus ihrer Wohnung in der Dechbettener
Str. 13 zwangsweise in das Altersheim Weißenburgstraße 31 umziehen musste. Von dort wurde sie nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 1.2.1944 zu Tode kam.

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