Biografie von Jakob Farntrog, Rosa Thekla Farntrog und 6 weitere
Rosa Thekla und Jacob Farntrog
Jacob Farntrog war Webwarenkaufmann, er wurde 1884 in Fürth geboren und zählte zu den 53 namentlich bekannten Regensburgern Kriegsteilnehmer jüdischen Glaubens im ersten Wektkrieg. Er heiratete Rosa Thekla Jochsberger. Sie hatten drei Kinder. 1919 wurde Hilde als erstes Kind geboren, 1920 der Sohn Siegfried und 1923 ihre Tochter Gerda. Die Kinder konnten 1938/39 noch nach Palästina ausreisen.
Max Meier Jakob
Max Meier Jakob wurde 1900 in Lauterbach geboren. Er war von Beruf Konfektionskaufmann. Seine Name taucht in den Unterlagen über
Regensburger Israeliten nicht auf. Vermutlich wurde er – wie viele andere auch – zur Vorbereitung der Deportationen gezwungen in Regensburg zu wohnen. Sein Gesundheitszustand wird im Sommer 1942 schlecht gewesen sein, denn er wird als einer von sechs Regensburgern am 15. Juli 1942 deportiert. Dieser Sondertransport gilt Kranken und Gebrechlichen, die bei der ersten Deportation am 2. April 1942 nach Piaski zunächst verschont worden waren. Sein Sterbeort ist nicht bekannt. Falls er das Schicksal seiner Nachbarn, des Ehepaars Farntrog, geteilt hat, wurde er nach Theresienstadt gebracht und dort ermordet.
Lotte Spiegel
Lotte Spiegel wurde 1916 in Strassburg geboren. Sie wuchs in Karlsruhe auf und
zog im Alter von 23 Jahren 1939 nach Regensburg. Drei tage vor ihrer geplanten Hochzeit wurde sie im März 1942 deportiert.
Amalie Schwarzberg
Amalie Schwarzberg, geb. Wolff, wurde am 21. August 1872 in Rülzheim bei
Germersheim in der Pfalz geboren. Ihr Vater Ulrich Wolff war Optiker, bzw. Brillenhändler, ihre Mutter Selma, geb. Weil, stammte aus Edenheim in der Pfalz. Amalie war die Älteste von 6 Kindern. Ihre Geschwister: Maximilian, geb. 14. 9. 1875, Moses, geb. 24. 7. 1878, Scholastika, geb. 26.9.1880, Leopold, geb. 17.9.1883, Friederika, geb. 22.7.1886.
Zunächst war Amalie Schwarzberg verwitwet, dann heiratete sie im Dezember 1907
Schaya Schwarzberg. Er wurde am 10. Dezember 1863 geboren, starb aber mit 66
Jahren am 10. Mai 1929 in Karlsruhe, wo auch Amalie Schwarzberg längere Zeit
gelebt hat.
In den Akten steht „staatenlos, verw. Agentenfrau“. Amalie Schwarzberg hatte 2 Kinder:
Sohn Friedrich, geb. am 24. November 1904 in Karlsruhe. Er wurde Kaufmann,
wurde später in Buchenwald inhaftiert. Tochter Selma, geb. 1. November 1907 in Karlsruhe. Sie war Hausgehilfin und lebte wohl in London.
Als Witwe mit 67 Jahren zog Amalie Schwarzberg nach Regensburg und war
zunächst in der Heilig-Geist-Gasse 10 ab 18. November 1939 bei der Familie Selig gemeldet. Am 6. Februar wechselte sie in die Rote-Hahnen-Gasse 7 zu Ehepaar Farntrog.
Nach 3 Jahren zog sie als Siebzigjährige am 30. April 1942 in das jüdische
Altersheim in die Weißenburgstr. 31. Schon am 23. September 1942 wurde sie zusammen mit vielen Heimbewohnern nach Theresienstadt deportiert, wo sie ein Jahr später am 29. September 1943 starb.
Emma und Seligmann Jakob
Seligmann Jakob wurde am 25.1.1866 in Storndorf, Kreis Alfeld, Hessen geboren. Seine Eltern Josef Jakob, Viehhändler, und seine Mutter Rebecka geb. Katz, lebten in Storndorf. Seine Ehefrau Emma, geb. Baumann, wurde am 10.4.1868 ebenfalls in Storndorf geboren. Auch der Vater von Emma, Feibel Baumann, war Viehhändler in Lauterbach, Hessen.
Im Oktober 1893 heirateten Seligmann und Emma Jakob. Sie hatten 3 Söhne. Von 1885 bis 1938 haben sie in Lauterbach gewohnt. Von Lauterbach zogen Seligmann und Emma Jakob am 27.4.1938 nach Regensburg in das Haus Haidplatz 7.
Dort wohnte zunächst der Sohn Max Meier Jakob, der am 28.9.1900 in Lauterbach geboren wurde. Er war Kaufmännischer Angestellter, Prokurist, ledig. Er ist am 11.3.1935 in das Haus Haidplatz 7 eingezogen.
Inzwischen wohnte Sohn Max gen. Meier Jakob in der
Roten Hahnen Gasse 7. Am 2. Mai 1938 zogen die Eltern im Alter von 70 und
72 Jahren zu ihrem Sohn und vermutlich zum Sohn Julius Jakob, ebenso Rote Hahnen Gasse 7. Hier wurde schon für den Sohn Max Meier Jakob ein Stolperstein verlegt.
Der Sohn Meier Jakob beantragte am 30.12.1938 einen Staatsangehörigkeitsausweis für seine Eltern.
Am 13.4.1942 zogen Seligmann und Emma Jakob in das Jüdische Altersheim in die Weißenburgstr. 31. Mit dem Transport am 23. September 1942 wurden beide nach Theresienstadt verschleppt. Seligmann Jakob wurde am 22.1.1943 in Theresienstadt getötet. Emma Jakob wurde am 29.1.1943 dort ermordet, laut Mitteilung des Sonderstandesamts Arolsen, vom 14.10.1959.
Ein Nürnberger Rechtsanwaltsbüro stellte für Seligmann, Emma, Julius und Max Meier Jakob am 13.8.1959 einen Entschädigungsantrag. Weitere Nachforschungen blieben leider erfolglos.
Leo Hofmann
Hofmann, Leo, Deo – Israel Leopold - wurde am 30. Dezember 1907 in Schmieheim/Ettenheim in Baden gboren. Er war von Beruf Bäcker und heiratet Sara Wolf, ab dem 26.9. 1939 wohnhaft bei Firnbacher, Proskestr. 5.
Leo Hofmann wurde am 11. Nov.1938 verhaftet und bis 6.1.1939 im KZ Dachau eingesperrt. Er wohnte später bis 8.6. 1940 bei Jakob in der Rote-Hahnen-Gasse 7.
Leo Hofmann wurde Deportiert am 4.4.1942 depotiert. Die Meldeämter tragen dazu zur Verschleierung ein: „nach unbekannt, verschollen im Osten“.
Medien
Fotos
Kostenlos dank Ihrer Hilfe
Diese Biografie ist frei zugänglich. Wenn Ihnen der Stolpersteine Guide gefällt, freuen wir uns über einen kleinen Beitrag.
Danke an Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein und 6 weitere.Stolpersteine in der Nähe
Ludwig Bloch70 m
Albert Levy70 m
Bella Ehrlich70 m
Senta Gutmann80 m
Max Uhlfelder90 m
Josef Engelmann100 m
Quellen & Impressum
Initiative Stolpersteine in Regensburg
Evangelisches Bildungswerk Regensburg e.V.
Stolpersteine in Regensburg
Dieter Weber
Am Ölberg 2
93047 Regensburg