[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"place-5487":3,"supporters":32,"nearby-5487":40},{"id":4,"title":5,"text":6,"photos":7,"videos":8,"audio":9,"coords":10,"stones":13,"town":23},"5487","Reinhold Wilhelm","Reinhold Eugen Wilhelm wurde am 15. Oktober 1902 als Sohn des Christian und der Friedericke Wilhelm in Strümpfelbach geboren. Nach dem Schulgesuch arbeitete er in der elterlichen Landwirtschaft und als Bauarbeiter. Reinhold Wilhelm war nicht verheiratet und hatte keine Kinder.\r\n\r\nIm Jahr 1927 wurde er aus uns nicht bekannten Gründen zunächst in das Bürgerhospital in Stuttgart eingewiesen und war vom 22. September bis 13. Oktober in der Heilanstalt Christophsbad in Göppingen wegen Schizophrenie in psychiatrischer Behandlung. Auf Wunsch der Angehörigen als ungeheilt entlassen, wohnte er fortan bei seinem Bruder Gottlob in Strümpfelbach.\r\n\r\n1934 wurde Reinhold Wilhelm Opfer der nationalsozialistischen Rassenhygiene. Aufgrund des Beschlusses des Erbgesundheitsgerichts Waiblingen wurde er am 9. Oktober 1934 zwangssterilisiert, da er angeblich an hebephrener, in der Jugend auftretender Schizophrenie erkrankt war – so ein Gutachten des Waiblinger Amtsarztes vom 22. Juni 1934. Angestoßen wurde das Sterilisierungsverfahren durch die bereits im Februar – also nur einen Monat nach Inkrafttreten des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ – abgesandte Anzeige des NS-konformen Strümpfelbacher Bürgermeisters Willi Abel, die nach Aussagen Wilhelms aufgrund seiner gegnerischen Haltung zum Nationalsozialismus erfolgte. Nur anderthalb Jahre später wurde Reinhold Wilhelm entmündigt.\r\nVom 22. Juli 1941 bis 2. März 1942 folgte ein zweiter Anstaltsaufenthalt des inzwischen als Invalidenrentner geführten Wilhelm, diesmal in der Heilanstalt Winnental.\r\n\r\nNach Kriegsende begann für Reinhold Wilhelm ein jahrzehntelanger Kampf um Rehabilitation. Als das Entmündigungsurteil aufgehoben worden war, stellte er 1950 erstmals einen Antrag auf Wiedergutmachung. Es folgten mehrere Anträge und diverse Klagen gegen Privatpersonen und das Land Baden-Württemberg bis hin zur Verfassungsbeschwerde. Wilhelm machte seinen Fall öffentlich, schrieb an Landtags- und Bundestagsfraktionen, an Zeitungen und Sachverständige und bat offiziell um Hilfe. Er reichte Petitionen beim Landtag von Baden-Württemberg und beim Bundestag ein und ging mit seinem Anliegen bis zur Menschenrechtskommission beim Europarat in Straßburg. Wilhelm hatte alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft – ohne Erfolg, da der Personenkreis der Zwangssterilisierten nicht in das Bundesentschädigungsgesetz aufgenommen worden war.\r\n\r\nErst 1980 war aufgrund des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes eine rechtliche Grundlage für die Entschädigung der während der NS-Zeit Zwangssterilisierten gefunden worden. Auch Reinhold Wilhelm erhielt damit eine geringfügige Zuwendung von 5000 Mark – für ihn jedoch viel wichtiger auch eine Anerkennung des begangenen Unrechts. Am 28. Juli 1986 starb Reinhold Wilhelm.\r\n\r\nText- und Bildquelle: Staatsarchiv Stuttgart, leicht gekürzt",[],[],null,{"lat":11,"lng":12},48.7804762,9.369949,[14],{"id":15,"firstname":16,"name":17,"portrait":18,"gender":21,"stadium":22},"11785","Reinhold","Wilhelm",{"original":19,"thumb":20},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fportraits\u002F7907b31897bca3ba3f44ac75c92e26cb.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fportraits\u002F7907b31897bca3ba3f44ac75c92e26cb_thumb.jpg","male","adault",{"id":24,"coords":25,"title":28,"association":29,"impressum":30,"association_url":31},"364",{"lat":26,"lng":27},48.812361,9.364762,"Weinstadt","Bürgerinitiative STOLPERSTEINE für Weinstadt","","https:\u002F\u002Fstolpersteine-weinstadt.de\u002F",{"count":33,"anonymous":34,"names":35},10,6,[36,37,38,39],"Martin Schreyer","Claudia Körner","Anett Humboldt","Peter Hein",[41,56,74,92],{"place":42,"stone":54,"distance":55},{"id":43,"title":44,"coords":45,"stones":48},"5486","Emma Helene Wahl",{"lat":46,"lng":47},48.7837914,9.3655662,[49],{"id":50,"firstname":51,"name":52,"portrait":9,"gender":53,"stadium":22},"11784","Emma Helene","Wahl","female",{"id":50,"firstname":51,"name":52,"portrait":9,"gender":53,"stadium":22},489,{"place":57,"stone":71,"distance":73},{"id":58,"title":59,"coords":60,"stones":63},"5489","Gotthilf Eugen Lenz",{"lat":61,"lng":62},48.7930972,9.4010367,[64],{"id":65,"firstname":66,"name":67,"portrait":68,"gender":21,"stadium":22},"11787","Gotthilf Eugen","Lenz",{"original":69,"thumb":70},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fportraits\u002Fc170f44da59c8d1131f624a73f6d6abc.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fportraits\u002Fc170f44da59c8d1131f624a73f6d6abc_thumb.jpg",{"id":65,"firstname":66,"name":67,"portrait":72,"gender":21,"stadium":22},{"original":69,"thumb":70},2675,{"place":75,"stone":89,"distance":91},{"id":76,"title":77,"coords":78,"stones":81},"5371","Alfred Herbst",{"lat":79,"lng":80},48.81010845,9.367469595,[82],{"id":83,"firstname":84,"name":85,"portrait":86,"gender":21,"stadium":22},"11546","Alfred","Herbst",{"original":87,"thumb":88},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fportraits\u002F811b6cca128c5a2c272537f5ddd5eed1.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fportraits\u002F811b6cca128c5a2c272537f5ddd5eed1_thumb.jpg",{"id":83,"firstname":84,"name":85,"portrait":90,"gender":21,"stadium":22},{"original":87,"thumb":88},3300,{"place":93,"stone":104,"distance":105},{"id":94,"title":95,"coords":96,"stones":99},"5370","Friederike Anna Linder",{"lat":97,"lng":98},48.81726353,9.387936705,[100],{"id":101,"firstname":102,"name":103,"portrait":9,"gender":53,"stadium":22},"11545","Friederike Anna","Linder",{"id":101,"firstname":102,"name":103,"portrait":9,"gender":53,"stadium":22},4298]