[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"place-4533":3,"supporters":38,"nearby-4533":46},{"id":4,"title":5,"text":6,"photos":7,"videos":8,"audio":9,"coords":10,"stones":13,"town":29},"4533","Lesser, Max und Mary","Am Hirtenhaus 5 (Pflegeheim)\r\nMax und Mary Lesser\r\n\r\nIn der Wendenstr. \u002F Am Hirtenhaus befand sich von 1931 bis 1940 das größte Wohnensemble privat geführter Wohlfahrtseinrichtungen - die Schußheimschen Wohn- und Altersheime in Wahren. Der jüdische Erbauer Siegfried Schußheim (1878-1944) betrieb einen Familienlesezirkel. Er wollte auch etwas für die Wohlfahrt tuen und baute für Mitglieder des Lesezirkels diese „Abonnentenheime“. Dabei war die Konfession nebensächlich.\r\n\r\nHier wohnten auch die jüdischen Eheleute Max und Mary Lesser. Max Lesser wurde am 31.5.1878 in Schwersenz (b. Posen) geboren. Er wuchs in einer bedeutenden Unternehmerfamilie auf. Die Lessers bauten seit dem späten 19. Jahrhundert Landmaschinen. Die Fabrik der Gebrüder Lesser in Posen mit zeitweilig 400 Beschäftigten galt als der größte Hersteller von Kartoffel-Ernte-Maschinen in Europa.* Im Jahr 1908 heiratete Max die 1888 in Gnesen geborene Wally Honig. In Posen kamen ihre drei Söhne zur Welt: Erich (1909-1972), Hans-Hermann (1911-1983) und Reinhard (1913-1987). \r\nNach dem Ersten Weltkrieg wurde Posen polnisch und die Fabrik wurde verkauft. Vater Siegfried setzte sich in Breslau zur Ruhe, wo er 1937 starb. Max versuchte, die Firma ins Deutsche Reich zu überführen bzw. neu zu gründen. In Brandenburg an der Havel fand er ein geeignetes Gelände und die Familie verließ 1921 Posen \u002F Poznan. Der Versuch, eine neue Manufaktur aufzubauen, blieb jedoch erfolglos. Das Geschäft musste 1928 eingestellt werden. In dieser Zeit (1927\u002F28) wurde auch die Ehe geschieden. \r\nWally blieb mit den drei Kindern in Brandenburg und Max zog zu seiner Schwester nach Leipzig. Hier lernte er Mary Block (*20.6.1892 in Leipzig), geschiedene Berger, kennen. Mary war Gesellschafterin der 1878 gegründeten Familienfirma Julius Block, eine Handelsvertretung für Textilien. Beide heirateten im Juli 1931. Max wohnte zu dieser Zeit in Schleußig (Rochlitzstr. 11) und Mary bei ihrer Familie in der Promenadenstr. (heute: Käthe-Kollwitz-Str.). \r\nViel ist über das Leben der Eheleute in Leipzig nicht bekannt. Etwa Mitte der 1930er Jahre wohnten sie im Elfenweg (Alexander-Klein-Siedlung) in Bad Dürrenberg. Im Jahr 1938 kamen sie zurück und mieteten sich im „Schußheim’schen Altersheim“ in Wahren ein.\r\nMax Lesser wurde im Zusammenhang mit der Pogromnacht am 14.11.1938 verhaftet und kam vermutlich in das KZ Buchenwald. Unter der Maßgabe Deutschland zu verlassen, kam er bis Ende des Jahres wieder frei. Seinem Sohn Reinhard, der 1936 in die USA fliehen konnte, gelang es nicht, seinen Vater nachzuholen.**\r\nNach der Pogromnacht musste die jüdische Bevölkerung selbst für die entstandenen Schäden bzw. dem Abriss jüdischer Gebäude (Synagogen) aufkommen. Vom Dezember 1938 bis 1940 wurden in fünf Raten sog. „Sühneleistungen“ verlangt. Dabei mussten die Menschen ihre Wertpapiere dem Staat überschreiben. Im Januar 1940 vermerkte das Leipziger Finanzamt die Abgabe von Aktien im Wert von 1.750 RM durch Max Lesser. Eine weitere Enteignung erfolgte nach der Deportation der Eheleute am 21.1.1942 in das Ghetto Riga. Nun griff eine Verordnung zum Reichsbürgergesetz, wonach „Abgewanderte“ die deutsche Staatsbürgerschaft verlieren und deren Vermögen „dem deutschen Reiche verfallen“. Am 1. Mai 1942 floss das verbliebene Vermögen der Eheleute von 2.335 RM in die Staatskasse. \r\nDoch zunächst mussten die Lessers ab 1940 in ein sogenanntes „Judenhaus“ ziehen. Zunächst wohnten sie in der Humboldtstr. 31 und vor ihrer Deportation in der Keilstr. 5. \r\nDer Januar 1942 war eiskalt mit Temperaturen von -20 Grad. Drei Tage vor dem Transport sind Listen mit den Namen der Betroffenen verteilt worden. Am nächsten Tag ging die Gestapo durch die „Judenhäuser“ und holte die Menschen ab. Sie mussten sich in der 32. Volksschule (Yorkschule) sammeln. Die Menschen fuhren drei Tage in ausrangierten und unbeheizten Personenwagen. In Riga angekommen soll es noch einmal kälter gewesen sein (-30 Grad). Das Ghetto war hoffnungslos überfüllt. Sehr viele Menschen wurden erschossen, „um Platz zu schaffen“. Am meisten betroffen waren Kinder und die Älteren, die keine Zwangsarbeit leisten konnten. Zu diesem Zweck erfand die SS eine Konservenfabrik im 200 km entfernten Dünaburg (Daugavplis), die es gar nicht gab. Hier wurde den Menschen leichte Arbeiten in Aussicht gestellt. Im März 1942 wurden tausende Menschen unter diesem Vorwand ermordet. Wahrscheinlich waren die meisten der 61 über 60jährigen Leipziger darunter.***\r\nMax Lesser war 63 Jahre und Mary Lesser 49 Jahre alt. \r\n\r\n*Vgl. Heiko Hesse in: Märkische Allgemeine, 8.11.2021\r\n** Allen drei Kindern gelang noch rechtzeitig die Flucht aus Deutschland. Ihre Mutter Wally Lesser flüchtete 1940 nach Shanghai, wo sie, an Diabetes erkrankt, im Juli 1941 starb. \r\n***Vgl. Ellen Bertram: Leipziger Opfer der Shoah. Ein Gedenkbuch. Leipzig, 2015, S. 82.\r\n\r\nRecherchen: Margarete Bach (Enkelin – Tochter von Reinhard Lesser) und Achim Beier (AG Stolpersteine Leipzig)\r\nPatenschaft: Manfred Haber",[],[],null,{"lat":11,"lng":12},51.37204819,12.32260653,[14,23],{"id":15,"firstname":16,"name":17,"portrait":18,"gender":21,"stadium":22},"9600","Max","Lesser",{"original":19,"thumb":20},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fportraits\u002Fa443a6e62868898e2b2a897696865e31.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fportraits\u002Fa443a6e62868898e2b2a897696865e31_thumb.jpg","male","adault",{"id":24,"firstname":25,"name":17,"portrait":26,"gender":21,"stadium":22},"9601","Mary",{"original":27,"thumb":28},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fportraits\u002F292dad5e657866a03c8708b47fe57746.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fportraits\u002F292dad5e657866a03c8708b47fe57746_thumb.jpg",{"id":30,"coords":31,"title":34,"association":35,"impressum":36,"association_url":37},"78",{"lat":32,"lng":33},51.340333,12.37475,"Leipzig","AG Stolpersteine Leipzig","https:\u002F\u002Fwww.stolpersteine-leipzig.de\r\nstolpersteine@archiv-buergerbewegung.de\r\nTel: 0341\u002F3065175\r\nArchiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.\r\nGedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig\r\nEvangelisch-Lutherischer Kirchenbezirk Leipzig\r\nEphraim-Carlebach-Stiftung\r\nBürgerkomitee e.V.\r\nErich-Zeigner-Haus e.V.","http:\u002F\u002Fwww.stolpersteine-leipzig.de",{"count":39,"anonymous":40,"names":41},10,6,[42,43,44,45],"Martin Schreyer","Claudia Körner","Anett Humboldt","Peter Hein",[47,65,82,96,110,124],{"place":48,"stone":63,"distance":64},{"id":49,"title":50,"coords":51,"stones":54},"5534","Beermann, Rosa und Elise",{"lat":52,"lng":53},51.37204089,12.32263588,[55,60],{"id":56,"firstname":57,"name":58,"portrait":9,"gender":59,"stadium":22},"11890","Elise","Beermann","female",{"id":61,"firstname":62,"name":58,"portrait":9,"gender":59,"stadium":22},"11889","Rosa",{"id":56,"firstname":57,"name":58,"portrait":9,"gender":59,"stadium":22},2,{"place":66,"stone":80,"distance":81},{"id":67,"title":68,"coords":69,"stones":72},"798","Ehepaar Wilde",{"lat":70,"lng":71},51.37561367,12.31841994,[73,77],{"id":74,"firstname":75,"name":76,"portrait":9,"gender":21,"stadium":22},"1278","Emil Otto","Wilde",{"id":78,"firstname":79,"name":76,"portrait":9,"gender":59,"stadium":22},"1277","Hedwig Agnes",{"id":74,"firstname":75,"name":76,"portrait":9,"gender":21,"stadium":22},492,{"place":83,"stone":94,"distance":95},{"id":84,"title":85,"coords":86,"stones":89},"693","Helbig, Karl",{"lat":87,"lng":88},51.3715498,12.3302319,[90],{"id":91,"firstname":92,"name":93,"portrait":9,"gender":21,"stadium":22},"1095","Karl","Helbig",{"id":91,"firstname":92,"name":93,"portrait":9,"gender":21,"stadium":22},532,{"place":97,"stone":108,"distance":109},{"id":98,"title":99,"coords":100,"stones":103},"1923","Schumann, Georg",{"lat":101,"lng":102},51.38034204,12.33353133,[104],{"id":105,"firstname":106,"name":107,"portrait":9,"gender":21,"stadium":22},"3798","Georg","Schumann",{"id":105,"firstname":106,"name":107,"portrait":9,"gender":21,"stadium":22},1194,{"place":111,"stone":122,"distance":123},{"id":112,"title":113,"coords":114,"stones":117},"4847","Mroß, Alfons",{"lat":115,"lng":116},51.36653354,12.34984228,[118],{"id":119,"firstname":120,"name":121,"portrait":9,"gender":21,"stadium":22},"10254","Alfons","Mroß",{"id":119,"firstname":120,"name":121,"portrait":9,"gender":21,"stadium":22},1988,{"place":125,"stone":136,"distance":137},{"id":126,"title":127,"coords":128,"stones":131},"5324","Krieg, Liane",{"lat":129,"lng":130},51.39220623,12.32771428,[132],{"id":133,"firstname":134,"name":135,"portrait":9,"gender":59,"stadium":22},"11452","Liane","Krieg",{"id":133,"firstname":134,"name":135,"portrait":9,"gender":59,"stadium":22},2269]