[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"place-3935":3,"supporters":35,"nearby-3935":43},{"id":4,"title":5,"text":6,"photos":7,"videos":14,"audio":15,"coords":16,"stones":19,"town":26},"3935","Erich Rothmann, Alleestr. 7, Lahr","Steinverlegung am 18.10.2021\r\n\r\nInschrift:\r\n\r\nHIER WOHNTE\r\nERICH ROTHMANN\r\nJG. 1908\r\nZWANGSSTERILISIERT\r\n30.6.1934\r\nFÜRST STIRUM HOSPITAL\r\nBRUCHSAL\r\nALS „GEHEILT“ ENTLASSEN \r\n4.7.1934\r\n------------------------------------------------\r\n\r\nErinnerung an Erich Rothmann\r\n\r\nDer Stolperstein für Erich Rothmann, der am 18. Oktober in Lahr verlegt wird, soll an die zahlreichen Leidensgenossen erinnern.\r\nRothmann, geboren 1908 in Lahr, wuchs in Basel auf und war Plattenleger.\r\nAb 1929 geriet er mehrmals wegen Bettels, Diebstahls und Landstreicherei mit dem Gesetz in Konflikt.\r\nUngewöhnlich war das nicht, dieses Schicksal teilte er in der Weltwirtschaftskrise mit unzähligen arbeitslosen Männern.\r\n1934 saß er wegen Diebstahls im Gefängnis von Bruchsal, wo der Blick des dortigen Direktors auf ihn fiel.\r\nEr sah in Rothmann vermutlich vor allem einen „Berufsverbrecher“, der Anstaltsarzt diagnostizierte „erblichen Schwachsinn“.\r\nDamit fiel Rothmann unter das Gesetz zur „Verhütung erbkranken Nachwuchses“.\r\nVerhandelt wurde der Fall vor dem sogenannten „Erbgesundheitsgericht“, das seinen Sitz am Amtsgericht in Offenburg hatte.\r\nNichts deutete in den Prozessakten darauf hin, dass Rothmann unterdurchschnittlich intelligent war, geschweige denn „erblich belastet“.\r\nDennoch drängte die Strafanstalt auf ein Urteil, das am 19. Juni 1934 erlassen wurde.\r\nRothmann wurde am 30. Juni 1934 im Fürst Stirum Hospital in Bruchsal sterilisiert.\r\nEr überstand die Operation, über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.\r\n\r\nAus: Die vergessenen Verbrechen\r\nZwangssterilisationen während der NS-Zeit wurden über Jahrzehnte hinweg verdrängt\r\nVon Thorsten Mietzner\r\nerschienen:  Donnerstag, 2. September 2021\r\nhttps:\u002F\u002Fwww.badische-zeitung.de\u002Fdie-vergessenen-verbrechen\r\n\r\nVon den zahllosen nationalsozialistischen Gewalttaten ist eine über Jahrzehnte verdrängt und vergessen worden: die zwangsweise Sterilisation von Hunderttausenden von Menschen\r\nin den 1930er-Jahren.\r\nDas hatte verschiedene Gründe: Scham spielte eine Rolle, aber auch, dass lange der verbrecherische Charakter der Eingriffe geleugnet wurde. Die Idee, die Gesellschaft verbessern zu wollen, indem\r\nman bestimmte „schlechte“ Menschen von der Fortpflanzung ausschloss und „Gute“ förderte, war weit verbreitet und spielt bis heute eine Rolle.\r\nBewegungwar einstweit verbreitet. Um 1900 war die Bewegung, die für die zwangsweise Sterilisation von Behinderten, aber auch sozialen Außenseitern eintrat, weltweit verbreitet.\r\nAls in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die moderne Genetik entstand und der Darwinismus begann, nicht nur die Biologie, sondern auch die Gesellschaftswissenschaften zu erobern, sahen zahlreiche Gesellschaftsreformer neue Möglichkeiten.\r\nDie neue „Wissenschaft“ von der menschlichen Erblehre erhielt den Namen „Eugenik“. In vielen Ländern der Welt entstanden Bewegungen, die sich zugleich sozialen Reformen und sozialen Zuchtphantasien hingaben.\r\nUnd manchmal wurden daraus sogar Gesetze: In den USA war es in einigen Bundesstaaten seit der Jahrhundertwende in bestimmten Fällen erlaubt, Menschen auch gegen ihren Willen zu sterilisieren.\r\nÄhnliche Regelungen gab es in Kanada und in Skandinavien.\r\n\r\nDas Gesetz der Nazis\r\n\r\nInsofern war das nationalsozialistische Gesetz vom Juli 1933 zur „Verhütung erbkranken Nachwuchses“ nichts Ungewöhnliches.\r\nAuch in der Bundesrepublik wurden nach 1945 zehntausende Menschen (fast immer Mädchen) auf einer allerdings völlig anderen Rechtsgrundlage sterilisiert.\r\nDie Tatsache aber, dass in Deutschland bis 1945 rund 400000 Menschen zwangsweise unfruchtbar gemacht wurden – weitaus mehr als in allen anderen Ländern – und dies ausdrücklich mit dem Schutz der „Volksgemeinschaft“ begründet wurde, zwingt heute dazu, das nationalsozialistische Eugenik-Programm als ersten Schritt hin zu „Auschwitz“ zu sehen.\r\n\r\nEnger Bezug zur Stadt\r\n\r\nZugleich sind die Verbrechen der Zwangssterilisation ein bislang unbearbeitetes Thema der Lahrer Stadtgeschichte. Anders als bei den bekannten späteren (und verwandten) Verbrechen wie etwa den Euthanasiemorden oder den Judenverfolgungen\r\nhängen die Zwangssterilisationen aber viel enger mit der Stadt zusammen.\r\nDie Entscheidungen wurden in diesen Fällen vor Ort getroffen: von Lehrern, städtischen Angestellten, Ärzten, gelegentlich auch von Eltern.\r\nUnd der „Eingriff“ selbst erfolgte oft in Lahr, im städtischen Krankenhaus. Nach den bislang bekannten Unterlagen waren rund 120 Menschen betroffen. Unter ihnen befanden sich Menschen mit einer geistigen Behinderung, aber auch zahlreiche sozial Randständige und Alkoholiker. Schon kurz nach Erlass des Gesetzes kam 1934 auf Initiative des Lahrer Jugendamtes durch Meldungen des Lehrpersonals und der Jugendfürsorgerinnen rasch eine Liste von 40 Jungen und Mädchen zusammen, die als lernschwach und sozial auffällig galten und deshalb genauer untersucht wurden. Rund 15 wurden von den Fürsorgerinnen letztlich „ausgewählt“, dem Amtsarzt gemeldet und dem „Sterilisationsverfahren zugeführt“.\r\n\r\nLange keine Entschädigung\r\n\r\nDie in der NS-Zeit Zwangssterilisierten wurden auch nach 1945 jahrzehntelang nicht als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt oder entschädigt.\r\nBis in die 1980er-Jahre galten die Urteile aufgrund ihrer vermeintlichen Wissenschaftlichkeit und mit Verweis auf die internationale Praxis zumeist als rechtmäßig.\r\nErst danach vollzog sich ein Wandel, wurden Urteile aufgehoben und Zwangssterilisierte entschädigungsberechtigt.\r\nDoch eine wirkliche Gleichstellung mit anderen Opfern der NS-Politik erfolgte nie.\r\nDie Grundlage eugenischen Denkens, dass es nämlich wertvolleres und wertloseres Leben gebe, durchzieht bis heute weltweit die Debatten von der pränatalen Diagnostik bis hin zur Corona-Politik.\r\n–\r\nEin ausführlicher Artikel zur Zwangssterilisation\r\nin Lahr, der insbesondere die\r\nRolle der Stadtverwaltung und des sozialen\r\nUmfeldes thematisiert, erscheint Anfang\r\nDezember im diesjährigen Jahrbuch „Geroldsecker\r\nLand“. (2021, bb)\r\n\r\nAus: Die vergessenen Verbrechen\r\nZwangssterilisationen während der NS-Zeit wurden über Jahrzehnte hinweg verdrängt\r\nVon Thorsten Mietzner\r\nerschienen:  Donnerstag, 2. September 2021\r\nhttps:\u002F\u002Fwww.badische-zeitung.de\u002Fdie-vergessenen-verbrechen",[8],{"original":9,"thumb":10,"caption":11,"width":12,"height":13},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002Fb219d83e429d41d1efd55c41f6170bfd.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002Fb219d83e429d41d1efd55c41f6170bfd_thumb.jpg","Stolperstein nach der Reinigung 2022-01-27",852,1136,[],null,{"lat":17,"lng":18},48.3402168,7.8742762,[20],{"id":21,"firstname":22,"name":23,"portrait":15,"gender":24,"stadium":25},"8047","Erich","Rothmann","male","adault",{"id":27,"coords":28,"title":31,"association":32,"impressum":33,"association_url":34},"199",{"lat":29,"lng":30},48.336804,7.860034,"Lahr und Umland","Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim","Als kurze Vorabinfo:\r\n\r\nGrundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.\r\nDie hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung  Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.\r\n\r\nIm Schuljahr 2013\u002F2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.\r\nISBN978-3-89735-865-2.\r\nAktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.\r\n\r\nInzwischen werden  hier neben den Stolpersteinen in  Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.\r\nAuch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.\r\n\r\nRecht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an\r\n- Ekkehard Klem, Friesenheim\r\n- Martin Buttenmüller, Schuttern\r\n- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie\r\n  Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.\r\n- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.\r\n\r\nDie Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.\r\n\r\nNeben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.\r\nGeschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.\r\n\r\nDie Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.\r\n\r\nLahr, den 27.01.2025","",{"count":36,"anonymous":37,"names":38},10,6,[39,40,41,42],"Martin Schreyer","Claudia Körner","Anett Humboldt","Peter Hein",[44,59,76,90,113,133],{"place":45,"stone":57,"distance":58},{"id":46,"title":47,"coords":48,"stones":51},"4320","Ida Baumert, Schlosserstr. 3, Lahr",{"lat":49,"lng":50},48.34037678,7.873833937,[52],{"id":53,"firstname":54,"name":55,"portrait":15,"gender":56,"stadium":25},"9031","Ida","Baumert geb. 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