[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"place-2066":3,"supporters":39,"nearby-2066":47},{"id":4,"title":5,"text":6,"photos":7,"videos":8,"audio":9,"coords":10,"stones":13,"town":30},"2066","Familie Kleefeld","Familie Kleefeld\r\nMax Kleefeld wurde am 15.Januar 1888 als Sohn von David und Mathilde Kleefeld in Freiburg geboren. Nach Abschluss der Schule absolvierte er eine Banklehre und arbeitete von 1916 bis 1918 in Charlottenburg, einer aufstrebenden Stadt mit ca.300.000 Einwohnern sowie einer gut entwickelten Infrastruktur und vielfältiger Industrieansiedlung in unmittelbarer Nähe zu Berlin. \r\n\r\nIm April 1918 siedelte sich Max Kleefeld in Schwandorf an und nahm eine Stelle in der Karl Schmidt-Bank an, war Vertreter des Bankvorstands. Im folgenden Frühjahr schied er aus der Bank aus und gründete ein eigenes Bankhaus in der Bahnhofstraße 22 in Schwandorf. Er handelte mit Wertpapieren, Aktien sowie Devisen, bot Kredite und  Hypotheken an. \r\n\r\nSein Unternehmen florierte, Schwandorf war an der Eisenbahnlinie von Regensburg nach Weiden, Amberg und Hof ein wichtiger Bahnhof. Er schaltete Werbeanzeigen in der örtlichen Presse, in denen er seine Zweigniederlassungen in Pfreimd und Tiefenbach beworb. \r\n\r\n1921 heiratete er Frieda Naß, eine junge Frau im Alter von 23 Jahren, die bis dahin bei ihren Eltern in Regensburg, in der Wahlenstraße lebte. Ihr Vater Adolf Naß betrieb ein \r\nHerrenkonfektionsgeschäft in der Tändlergasse 6. Nach der Hochzeit bezog das junge Paar eine Wohnung in der Ettmannsdorfer Straße 33 in Schwandorf, Tochter Gerda wurde am 8. Juli 1922, der jüngere Bruder Walter am 17. Oktober 1924 \r\ngeboren. Beide Kinder erblickten in Regensburg das Licht der Welt; anscheinend hatte Frieda eine enge und vertraute Beziehung zu ihrer Mutter Rosa Naß. \r\n\r\nDie wirtschaftliche Lage in der Weimarer Republik wurde schwieriger, die Inflation setzte dem Bankgewerbe recht zu. Max Kleefeld musste sich von seinem Teilhaber Scharl trennen. In einem Vertrag wurde das Bankhaus mit den Zweigstellen auf\r\ngeteilt, Max erhielt die Filiale in Pfreimd und zog daraufhin in die Bahnhofstraße 4 1\u002F2 um. \r\n\r\nNichtsdestotrotz gründete er im Jahr 1923 mit einigen anderen jüdischen Geschäftsleuten ein Hilfskomitee zur Linderung der Not. Max Kleefeld wu\r\nrde zum stellvertretenden Vorsitzenden und Kassier berufen. Sein gesellschaftliches Engagement für Schwandorf war groß, er war auch Mitglied im Gesangsverein „Liedertafel Schwandorf“. \r\n\r\nNach den schweren Jahren der Inflation erholte sich das Unternehmen, sodass Max Kleefeld im Jahr 1926 das Anwesen Ettmannsdorfer Straße 28 kaufte. \r\nDoch im  Januar 1928 musste Max Kleefeld einen Antrag auf ein gerichtliches Vergleichsverfahren beim Amtsgericht Schwandorf stellen. Der Antrag wurde abgelehnt und über das Vermögen wurde Konkurs eröffnet. \r\n\r\nDaraufhin zog die Familie nach Regensburg um. Hier bezog sie eine Wohnung im zweiten Stock in der Roritzerstraße 2a.Obwohl sich Max Kleefeld weiterhin als Bankier bezeichnete, lässt sich in den Adressbüchern der Stadt Regensburg kein Bankhaus mit seinem Namen finden. Möglicherweise war Max Kleefeld im Geschäft seines Schwiegervaters Adolf Naß tätig. \r\n\r\nIn der Nacht von 9. auf 10. November 1938 wurde auch Max Kleefeld verhaftet. Für ihn und seine Familie wurde dieses einschneidende Erlebnis wahrscheinlich der Auslöser, Regensburg zu verlassen. Seit 1939 wohnte die Familie in Nürnberg in der Gleißbühlstraße 13. \r\n\r\nIm Herbst 1941 lebten noch 1835 Personen jüdischen Glaubens in Nürnberg. 512 von diesen wurden am 29. November 1941 vom Bahnhof Nürnberg-Märzfeld am Reichsparteitagsgelände unter der Zug-Nummer DA 32 nach Riga deportiert. Es handelte sich um einen Personenzug, die Fahrkarte musste im Voraus entrichtet werden. Es war der erste Transport aus Nürnberg, noch vor der Wannsee-Konferenz, die im Januar 1942 in Berlin stattfand. \r\n\r\nInsgesamt umfasste der Transport 1008 Personen aus den Städten Bamberg, Fürth, Nürnberg und Würzburg.Am 2. Dezember endetete die mehrtägige Zugfahrt in Lager Jungfernhof, 12 km von Riga entfernt. \r\n\r\nEs war der erste Transport, der den zukünftigen SS-Gutshof erreichte. In den folgenden Wochen erreichten drei weitere Transporte den Ort, sodass ca. 4000 Menschen jüdischen Glaubens in ungeheizten Scheunen zusammengepfercht leben mussten, getrennt nach Geschlechtern. \r\n\r\nDas neu entstehende Außenlager stand unter dem Kommando von Rudolf Seck, der dort einen landwirtschaftlichen SS-Betrieb errichten wollte. Da er lediglich ca. 440 Arbeitskräfte benötigte, beauftragte er im März 1942, ältere Menschen und Familien mit Kindern in ein anderes Lager zu schicken. Dies stellte sich jedoch als Lüge heraus, mehrere Tausend Menschen wurden in einem nahegelegenen Wald erschossen. Vermutlich galten Max Kleefeld, seine Frau und seine beiden erwachsenen Kinder als arbeitsfähig  und blieben in diesem Lager. 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