[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"place-1852":3,"supporters":42,"nearby-1852":50},{"id":4,"title":5,"text":6,"photos":7,"videos":14,"audio":15,"coords":16,"stones":19,"town":33},"1852","Familie Rose","Fanny Rose, Friedrichstraße 7\r\n\r\nHier wohnte Fanny Rose, geborene Löwenbach. Sie wurde am 17. September 1873 in Madfeld, Landkreis Brilon, geboren. Zusammen mit ihrem Ehemann Emil Rose wohnte sie in Höxter. Ort und Datum der Heirat wie der Beruf von Emil bleiben unbekannt. In Höxter wurden vier Kinder geboren: 02.07.1899 Sohn Walter, 01.12.1900 Tochter Elsbeth, 26.11.1901 Sohn Fritz, 24.07.1915 Tochter Lucie. Der Familienbogen im\r\nStadt- und Kreisarchiv Nienburg dokumentiert, dass Fanny Rose 1927 als Witwe nach Nienburg gezogen ist. Die Stadt war ihr vermutlich vertraut, zumal ihr Bruder\r\nIsidor Löwenbach als Bankier von 1912 - 1925 in der Bismarckstraße 25 wohnte. Ihr Sohn Walter weilte bereits ab 1920 ebenfalls in der Weserstadt. Seit 1929 wohnte Fanny Rose in der Gustav-Stresemann-Straße, die die Nationalsozialisten in Friedrichstraße\r\numbenannten. 1935 wird Fanny Rose als Mitglied der Nienburger jüdischen Gemeinde genannt. Die zunehmenden Repressalien führten zur Flucht. Fast ein Jahr vor dem November-Pogrom 1938 fuhr sie mit ihrem ältesten Sohn am 16. November 1937 nach Amsterdam\u002FNiederlande, wo sie in der Reizergracht 678 unterkamen.\r\nMutter Fanny war 64 und Sohn Walter 38 Jahre alt. Europa war für Juden und Jüdinnen nicht mehr sicher genug: Gut fünf Monate später flüchteten beide von \r\nLe Havre\u002FFrankreich mit dem amerikanischen Passagierschiff „SS Washington“ nach New York\u002FUSA. Alle weiteren Wege bleiben unerschlossen. Bekannt ist, dass Fanny\r\nRose am 10. Dezember 1952 starb.\r\n\r\nDer Stolperstein an dieser Stelle erinnert seit dem 11. Oktober 2016 an Fanny Rose.\r\n\r\n\r\nWalter Rose, Friedrichstraße 7\r\n\r\nHier wohnte Walter Rose. Er wurde am 2. Juli 1899 in Höxter geboren. Mit knapp 21 Jahren zog er am 23. April 1920 nach Nienburg. Im Familienbogen wird er als\r\n„Kaufmännischer Lehrling\u002FBankkaufmann“ und „ledig“ geführt. Als Vorbild und Schutz hatte er seinen Onkel Isidor Löwenbach, der ein Bankgeschäft in der Langen Straße 61 betrieb. Erst sieben Jahre später zog seine Mutter mit den übrigen Geschwistern aus Höxter nach. Von 1920 bis 1929 wohnte Walter Rose im Hause anderer jüdischer Glaubensmitglieder, so in der Langen Straße Nr. 76 bei Familie Feist und in Nr. 86 bei Familie Edelstein. Das gleichnamige Bankhaus brachte eine berufliche und menschliche Nähe. Als Mutter Fanny und Schwester Lucie 1927 ebenfalls nach Nienburg gezogen waren, wohnte die Familie ab 1929 wieder vereint in der\r\nheutigen Friedrichstraße 7. In der Akte „Juden“ des Stadt- und Kreisarchivs Nienburg\u002F\r\nWeser wird 1935 Walter Rose als Mitglied der jüdischen Gemeinde geführt. Zusammen mit seiner Mutter flüchtete Walter Rose im November 1937 nach Amsterdam und im April 1938 über Le Havre in die USA, um vor der Verfolgung durch das national-sozialistische Regime sicher leben zu können. Es wurde höchste Zeit, denn nur sieben Monate später kam es zum furchtbaren November-Pogrom. Über Walter Roses weiteren Lebensweg ist nichts bekannt. Auch nicht, ob er Nienburg noch einmal aufgesucht hat. Er hatte hier immerhin 17 Jahre gelebt und seine Berufsausbildung erhalten.\r\n\r\nDer Stolperstein erinnert seit dem 11. Oktober 2016 an Walter Rose.\r\n\r\nLucie Rose, Friedrichstraße 7\r\n\r\nHier wohnte Lucie Rose. Sie wurde am 24. Juli 1915 als viertes Kind und Nachkömmling in Höxter geboren. Mit 12 Jahren war sie mit ihrer Mutter Fanny 1927 nach Nienburg gezogen. Beide fanden nach zweijährigem Aufenthalt in der Bahnhofstraße 12 im Jahre 1929 eine Wohnung in der Friedrichstraße. Bruder Walter kam hinzu, er wohnte und arbeitete bereits seit 1920 in der Stadt. Die beiden anderen Geschwister Elsbeth und Fritz lebten in der Zeit zwischen 1918 und 1922 in Nienburg, zogen dann nach Hannover bzw. Höxter. Ein wichtiger Hinweis stammt aus dem Schülerinnen- Verzeichnis der Hindenburgschule (heute Marion Dönhoff Gymnasium). Lucie wurde dort am 1. April 1927 aufgenommen und erlangte  Ostern  1931 die  „Ober-Lyzeal-Reife“. Danach wechselte sie an das damalige Realgymnasium (heute Albert Schweitzer Schule),  bis zur Abiturentlassung am 27. Februar 1934. Ihr Berufswunsch war Dolmetscherin. Sie war die einzige jüdische Schülerin und zugleich auch die einzige jüdische Abiturientin.  Als Mitglied der jüdischen Gemeinde wird sie 1935 geführt. Am 17. Juni 1936 flüchtet sie mit dem englischen Passagierschiff „SS Queen Mary“ von Southampton\u002FEngland nach \r\nNew York\u002FUSA. Das ist 17 Monate vor der Flucht ihrer Mutter und ihres Bruders Walter. Was hat es wohl für viele Gespräche - aus Sicherheit abgeschottet von der übrigen Bevölkerung - tiefe Ängste und Tränen in der Familie gegeben?! Viele Fragen bleiben unbeantwortet: Wurde Lucie Rose vorgeschickt? War sie besonders mutig? Was alles hatte sie in der Schule gehört? Fuhr sie wirklich allein? Nahmen sie Freunde oder Verwandte in Amerika auf? Die Antworten fehlen.\r\n\r\nEin Stolperstein erinnert seit dem 11. 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