[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"place-4196":3,"supporters":51,"nearby-4196":59},{"id":4,"title":5,"text":6,"photos":7,"videos":22,"audio":23,"coords":24,"stones":27,"town":42},"4196","Ferdinand Julius, Alfred und Selma Magdalene Herz, geb. Salomon","Alfred Herz  war der einzige Sohn seiner Eltern, er wurde am 22.3.1922 in Worms geboren.\r\n\r\nSeine 1892 und 1894 geborenen Eltern kamen ursprünglich aus Obertiefenbach im Lahnkreis und Heppenheim an der Bergstraße. Der Vater Ferdinand Herz zog aber schon mit 5 Jahren mit seinen Eltern nach Worms.\r\n\r\nFerdinand Herz war zusammen mit seinem Bruder Albert Inhaber eines Eisenwarengeschäftes, ein erfolgreicher und in Worms wohlbekannter Kaufmann.\r\n\r\nAlfreds  Eltern wollten wohl die bestmögliche Schulbildung für ihn, und so kam er nach den Osterferien 1932 von der Volksschule, wie sie damals genannt wurde, an das Wormser Gymnasium.\r\n\r\nEr war der einzige jüdische Schüler der Sexta A, einer Klasse mit 30 Jungen. \r\n\r\nAlfred war ein recht guter Schüler, in Betragen und Aufmerksamkeit hatte er immer die Noten sehr gut und gut. Die Mathematik war wohl nicht sein Lieblingsfach, aber schlechter als „genügend“ (das ist heute eine Drei) war er nirgends.\r\n\r\nNachdem die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren, brachte das Schuljahr 1933\u002F34 zunächst keine Änderungen, der Klassenlehrer blieb in der Quinta derselbe.\r\n\r\nIn der Quarta 1934 begannen die Schikanen und die Ausgrenzung für die jüdischen Schüler. Zunächst bestand sie darin, dass der noch im Jahr zuvor gehaltene Religionsunterricht nicht mehr erteilt wurde. \r\n\r\nAllerdings verschärfte sich die Lage für die jüdischen Schüler im nächsten Schuljahr. Seit dem Schuljahr 1935 war es üblich, dass der Klassenlehrer im Zeugnis neben den Ziffernoten auch eine Verbalbeurteilung der Schüler erstellte. Jeder Schüler bekam eine ausführliche Würdigung seiner Persönlichkeit. Sportliche Leistungen wurden besonders gelobt, schwache Schüler zu mehr Anstrengung ermutigt. Diese Verbalbeurteilung erhielten jedoch nur „arische“ Schüler. Es muss für Alfred sehr demütigend gewesen sein, als einziger Schüler der Klasse keine Charakterisierung zu erhalten, wie es ausdrücklich in der Klassenliste vermerkt ist. Ein Grund wird nicht angegeben, aber alle anderen noch an der Schule verbliebenen jüdischen Schüler waren einer solchen ebenfalls nicht „würdig“.\r\n\r\nFür seine Eltern und die Familie seines Onkels brachen wirtschaftlich schwere Zeiten an,  denn das Geschäft lief aufgrund der Boykottmaßnahmen seit 1933 nicht mehr gut. Schon ab Mai 1934 betrieb Ferdinand Herz sein eigenes Gewerbe als Vertreter für Eisenwaren. Sein Bruder Albert führte das Geschäft zunächst allein weiter.\r\n\r\nDie Familie zog von  dem Geschäftshaus in der Kämmererstraße 10 aus und in die Kaiser-Wilhelm-Str. 27.  Der einstmals angesehene Kaufmann war gesellschaftlich und wirtschaftlich ins Abseits gezwungen worden.\r\n\r\nAlfred konnte nicht mehr am Gymnasium bleiben. Er  verließ die Schule in der Obertertia, 14 Jahre alt und mitten im Schuljahr. In seinem Abgangszeugnis vom 1.12. 1936 wird als Grund genannt, dass er eine kaufmännische Lehre beginnen wollte. \r\n\r\nEs lag nicht daran, dass er keine schulischen Leistungen mehr erbringen konnte, sein Abgangszeugnis ist gut. Aber weder er noch seine Eltern konnten dem Druck standhalten.\r\n\r\nDass er wirklich eine Ausbildung beginnen wollte, erscheint sehr unwahrscheinlich, denn wer würde noch einen jüdischen Auszubildenden in seiner Firma aufnehmen nach den Gesetzen von 1935?  Im elterlichen Betrieb war das auch längst unmöglich geworden. Einen Berufswunsch als Begründung für das Ende der Gymnasialzeit anzugeben, war wohl die Möglichkeit, einen Rest von Würde zu bewahren.\r\n\r\nDie Pogromnacht am 9. November 1938 war ein weiterer entsetzlicher Einschnitt im Leben der gesamten Familie Herz. \r\n\r\nAlfreds Onkel Arthur und seine Familie wurden misshandelt, das Geschäft zerstört.\r\n\r\nAlfreds Vater gab seine Tätigkeit als Handelsvertreter auf, rückwirkend zum 30.6. 1938 meldete er sein Gewerbe ab.\r\n\r\nFerdinand und Selma hofften wohl, durch einen Wegzug nach Mannheim, wo sie niemand näher kannte,  in Sicherheit zu gelangen.\r\n\r\nDie Tatsache, dass die Familie Ferdinand Julius Herz seit dem 21. November 1938 als Untermieter bei der jüdischen Familie Alfred Hahn im Quadrat S 6, Haus 21 gemeldet war, zeigt, dass sie versuchte, sich möglich unsichtbar zu machen, denn Untermieter werden im Mannheimer Adressbuch von 1939 nicht namentlich aufgezeichnet\r\n\r\nDie Vermieterfamilie Hahn saß auf gepackten Koffern, ihr gelang es, am 21.Dezember 1938 über Umwege nach Amerika auszuwandern und damit der Ermordung zu entkommen. \r\n\r\nVater Ferdinands Beruf  wurde auf der Meldekarte mit „Vertreter“ angegeben, allerdings nur bis 1.10.1938. Wovon die Familie in Mannheim lebte, wissen wir nicht.\r\n\r\nUnd die Spur der Familie Ferdinand Herz verliert sich zunächst, denn es ist nicht klar, ob sie unter dieser Adresse  1940 noch wohnte.\r\n\r\nDas Jahr 1940 stellt eine weitere Steigerung in der Verfolgung der jüdischen Mitbürger dar. Am 22.und 23. Oktober 1940, den letzten Tagen des Laubhüttenfestes, begann die Deportation der badischen, pfälzischen und saarländischen Juden. Benannt wird diese Verschleppung nach ihren Initiatoren, den Gauleitern Josef Bürckel und Robert Wagner. \r\n\r\n6504 jüdische Badener und Pfälzer wurden innerhalb weniger Stunden unter den Augen ihrer Nachbarn abtransportiert und ins südfranzösische Gurs in ein Sammellager verschleppt.\r\n\r\nWas dabei mit Alfred Herz und seinen Eltern geschah, ist nicht genau bekannt. Auf den penibel geschriebenen Deportationslisten vom Oktober 1940  erscheinen sie nicht. Vielleicht konnten sie sich noch einige Zeit verstecken und wurden erst später nach Gurs deportiert.\r\n\r\nEs steht aber fest, dass die gesamte Familie im August 1942 im Sammellager in Drancy\u002F Paris  war, denn von dort wurde sie und auch die Familie von Alfreds Onkel am 17. August in das Vernichtungslager Auschwitz  verbracht.\r\n\r\nEs war der Transport Nr.  20, einer von 40 Transporten, die von Juli  bis Mitte November 1942  tausende Menschen in den Tod brachten.  Von den 997 Menschen im Transport 20 waren zwei Drittel Kinder und Jugendliche.\r\n\r\n Am 19. August trafen sie in Auschwitz ein- die Eltern und die Familie des Onkels wurden wohl sofort nach der Ankunft ermordet, denn nur 65 Männer und 35 Frauen aus diesem Transport wurden für „arbeitsfähig“ erklärt, und entkamen damit zunächst dem Tod. Auschwitz überlebt haben aus diesem Transport drei Menschen.\r\n\r\nAlfred wurde noch als Häftling mit der Nummer 60127 registriert. Sein Name steht auch in einem  Verzeichnis des Häftlingskrankenbaues Auschwitz I- Block 20. Vielleicht ist er dort gestorben oder ermordet worden, denn der Block 20 war der Ort, wo erkrankte Häftlinge für grausame medizinische Experimente missbraucht oder sofort mit einer Phenolspritze getötet wurden.\r\n\r\nWeder von Alfred noch von Ferdinand und Selma Herz kennen wir das genaue Todesdatum.\r\n\r\nAm 31. Dezember 1945 wurde die Familie für tot erklärt.\r\n\r\nAlfred Herz wurde 20 oder 21 Jahre alt.\r\n\r\nAuf der Meldekarte der Stadt Mannheim ist dazu Folgendes vermerkt:\r\n\r\n„Laut Mitteilung vom Amtsgericht Mannheim vom 30.9.1956 ist als  Zeitpunkt des Todes von Ferdinand und Alfred Herz der 31.12.1943, 24 Uhr festgestellt.“\r\n\r\nAlfred Herz hätte im April 1941 sein Abitur gemacht als Schüler der Oberprima A des Wormser Gymnasiums.",[8,14,18],{"original":9,"thumb":10,"caption":11,"width":12,"height":13},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002Fd7bf203f0503a8fa36cd280527a56b29.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002Fd7bf203f0503a8fa36cd280527a56b29_thumb.jpg","Bildrechte: Alfons Tewes",1136,1133,{"original":15,"thumb":16,"caption":11,"width":12,"height":17},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002F81602b46f4cd32f8e02b3fa5a945c365.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002F81602b46f4cd32f8e02b3fa5a945c365_thumb.jpg",1095,{"original":19,"thumb":20,"caption":11,"width":12,"height":21},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002Fca5084baee032064c656185afe718599.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002Fca5084baee032064c656185afe718599_thumb.jpg",988,[],null,{"lat":25,"lng":26},49.63092862,8.362102836,[28,34,39],{"id":29,"firstname":30,"name":31,"portrait":23,"gender":32,"stadium":33},"8743","Ferdinand Julius","Herz","male","adault",{"id":35,"firstname":36,"name":37,"portrait":23,"gender":38,"stadium":33},"8744","Magdalene Selma","Herz, geb. 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Seit 2021 ist sie als SchUM-Stadt zusammen mit Mainz und Speyer offiziell immaterielles Weltkulturerbe.\r\n\r\nWir haben es uns zum Ziel gesetzt, in Worms und in der Region die historische und gegenwärtige lebendige jüdische Kultur zu pflegen und zu fördern und den Menschen deren große Bedeutung nahezubringen.\r\n\r\nSehr wichtig ist uns in diesem Zusammenhang auch die Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Mainz-Worms, der Stadt Worms und anderen für unsere Arbeit relevanten Institutionen.\r\n\r\nkontakt@warmaisa.de","www.warmaisa.de",{"count":52,"anonymous":53,"names":54},10,6,[55,56,57,58],"Martin Schreyer","Claudia Körner","Anett Humboldt","Peter Hein",[60,84,107,121,135,153],{"place":61,"stone":82,"distance":83},{"id":62,"title":63,"coords":64,"stones":67},"4131","Albert Herz",{"lat":65,"lng":66},49.63090787,8.362092623,[68,71,74,78],{"id":69,"firstname":70,"name":31,"portrait":23,"gender":32,"stadium":33},"8611","Albert",{"id":72,"firstname":73,"name":31,"portrait":23,"gender":38,"stadium":33},"8613","Edith",{"id":75,"firstname":76,"name":77,"portrait":23,"gender":38,"stadium":33},"8612","Flora","Herz, geb. 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