[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"place-1688":3,"supporters":48,"nearby-1688":56},{"id":4,"title":5,"text":6,"photos":7,"videos":8,"audio":9,"coords":10,"stones":13,"town":39},"1688","Harf in Bullay","Gustav Harf, geboren am 24.1.1872, stammte aus Seibersbach im Hunsrück. Seine erste Frau zählte zu der alten Bullayer Familie Schömann. Gertrude Harf geb. Schömann verstarb am 25. Januar 1896.\r\nNach ihrem Tod heiratete Gustav Harf Julie Weissmann aus Altenmuhr und hatte mit ihr folgende Kinder: \r\nErna *16.11.1897 \r\nJulius *19.11.1899 \r\nArthur *20.11.1905 \r\nNach dem Tod seiner zweiten Frau am 10.2.1916\r\nheiratete er Karolina (Lina) Bermann, geb. am 8.2.1884 in Weißenthurm.\r\n\r\nGustav Harf war im I. Weltkrieg Unteroffizier. Er betrieb die erste Metzgerei in der heutigen Moselstraße. Gegenüber dem Laden war das Schlachthaus, das später, nach der Verlegung der Metzgerei in die Bahnhofstraße 118 (heute Nr. 28) als Häute- und Fellelager diente.\r\nDie Tochter Erna heiratete am 26. Juni 1923 den Viehhändler Friedrich Jakob Baum aus Dortmund. Ihr Mann starb 1931 in Goslar. Erna Baum wanderte vor Kriegsbeginn in die USA aus. Sie starb in Erie, Pennsylvania.\r\nDer Sohn Julius Harf lernte den Metzgerberuf und handelte auch mit Häuten und Fellen. Er heiratete Ida Gärtner, *15.5.1900 in Sohren. Sie hatten zwei Kinder, Inge *2.2.1926 und Walter *28.12.1928, und wohnten in der Kapellenstr. 88, heute Alte Poststraße Nr 3.\r\n\r\nSpäter zogen sie in das neu erbaute Haus in der Bahnhofstraße, heute Nr. 24.\r\nDer Bullayer NSDAP-Ortsgruppe gelang es Mitte der 30er Jahre zunehmend die wirtschaftliche Existenz der jüdischen Metzger zu untergraben. Als die Bullayer Juden durch Beschluß des Gemeinderates und auf Parteiveranstaltungen öffentlich als »Volksfeinde« diffamiert und zum »Verschwinden« aufgefordert wurden, und schließlich gegen Julius Harf ein Gerichtsverfahren eingeleitet wurde, emigrierte dieser mit seiner Familie 1937 in die USA.\r\nIn den USA übte er seinen Beruf wieder aus. Julius und Ida Harf sind in den USA verstorben. Ihre Kinder Inge und Walter leben heute in Erie, USA.\r\nArthur Harf hatte Bullay bereits um die Jahreswende 1935\u002F1936 verlassen. Er baute sich in Sao Paulo, Brasilien eine neue Existenz auf. Nach dem Krieg besuchten er und seine Frau Rosa einige Male Bullay. Arthur Harf starb zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau am 20.3.1995 in Sao Paulo.\r\nDas ältere Ehepaar Harf blieb in Bullay. Gustav Harf war der letzte Vorsteher der Synagogengemeinde Zell. Nach der Pogromnacht mußte er die Synagoge für 1000 Reichsmark verkaufen. Das Geld kam auf ein Sperrkonto.\r\nGustav und Karolina Harf wurden am 27. Juli 1942 zunächst nach Theresienstadt und anschließend nach Minsk deportiert.\r\n\r\nWie isoliert und einsam müssen sich Gustav und Lina Harf in ihren letzten Jahren bis zur Deportation in Bullay gefühlt haben? Als im Herbst 1941 alle Juden den »Judenstern« tragen mußten und mit dieser Polizeiverordnung auch verboten wurde, ohne Genehmigung den Wohnort zu verlassen, gab es keine Bewegungsfreiheit mehr für die Juden.\r\nDas Ehepaar Harf traute sich kaum noch aus der Wohnung. Die wenigen Kontakte, die noch verblieben waren, hielt man abends zwischen Einbruch der Dunkelheit und Ausgangsperre aufrecht. Wenn Gustav Harf die Wohnung verließ, so berichtet eine Zeitzeugin, dann klemmte er sich mit dem Arm eine kleine Tasche an die linke Brust, um den Judenstern zu verdecken. Die Zeitzeugin, die damals im »Bund Deutscher Mädel« war, erinnert sich daran, daß sie einmal mit der »BDM-Gruppe« über den Lindenplatz marschierte und dabei auf Gustav Harf traf. Die Gruppe zog an Gustav Harf vorbei und sang dabei ein Spottlied mit dem Refrain:\r\n»Krumme Juden ziehn dahin, daher;\r\nsie ziehen durch das rote Meer,\r\ndie Wellen schlagen zu\r\nund die Welt hat Ruh!«\r\nEin Refrain, den übrigens mehrere Zeitzeugen, die ich bei meinen Recherchen befragte, gut im Gedächtnis behalten haben und sofort abrufen konnten, da er offenbar zu vielen Anlässen und gerne gesungen wurde. Was muß ein alter Mensch, der einmal als Metzger eine wichtige Funktion im Dorf ausgefüllt hatte, nach einer solch totalen und mörderischen Ausgrenzung empfunden haben? Gerade im Dorf sind solche Demütigungen besonders spürbar und schmerzlich. Die Juden waren die offiziellen Parias; ausgestoßen und entrechtet. Ihre Angst und ihr stilles Leiden in der Zeit des gesellschaftlichen Ausgestoßenseins bis hin zu ihrem physischen Tod läßt sich von uns nicht einmal erahnen.\r\n\r\nAm 20. Januar 1942 hatte, unter dem Vorsitz Heydrichs, die berüchtigte »Wannsee-Konferenz« stattgefunden, bei der es um die »Endlösung der Judenfrage« ging. Am 27. Juli 1942 war für die Bullayer Gustav und Lina Harf mit dem Sammeltransport »DA III\u002F2 Trier\u002FKoblenz – Theresienstadt« der Anfang vom Ende gekommen. Der Beginn dieser Fahrt in den Tod ist ausführlich dokumentiert, da 1948-1951 einige Prozesse vor Koblenzer Gerichten diesen Tag untersucht haben.16\r\n\r\nIn der Wohnung von Gustav und Lina Harf hatten sich, einen Tag vor dem Abtransport, weitere Juden aus der Moselumgebung und vom Hunsrück eingefunden. Sie alle verbrachten die Nacht in der Wohnung und wurden von dort am nächsten Morgen auf ein Pferdefuhrwerk verfrachtet und von lokalen Polizeibeamten und Parteigenossen zum Bullayer Bahnhof eskortiert, wo sie auf den von Trier kommenden Sammeltransportzug »umverladen« wurden.\r\nDen Transport nach Theresienstadt kommentierte das Ehepaar Harf auf einer Karte, die Bullay erreichte, mit einem einzigen Satz: »Es war keine gute Fahrt«.\r\n\r\nTheresienstadt war als »Altersghetto« besonders für ältere und gebrechliche Juden eingerichtet worden, war aber für zwei Drittel der Deportierten ein Durchgangslager zu den Vernichtungslagern im Osten. Das Ehepaar Gustav und Lina Harf wurde von Theresienstadt weiter nach Minsk in Rußland deportiert. \r\n\r\nDer Soldat Felix Pütz aus Bullay erzählte damals einem Zeitzeugen bei einem Urlaub von der Front, daß er in Polen einen Gleisausbau überwachen mußte, als ein Zug mit Deportierten langsam vorbeirollte. Plötzlich schrie jemand: »Felix ... Felix ... Felix ... Felix ... Fel ..........« Felix Pütz erkannte ihn – und verlor ihn gleich wieder aus den Augen. Es war Gustav Harf und sein unbeantworteter Schrei – sein allerletzter Kontakt mit Bullay.\r\n\r\nIm Gedenkbuch des Bundesarchives finden sich auf Seite 511 die Einträge für Gustav und Lina Harf, Bullay »verschollen in Minsk«. »Verschollen« ist ein euphemistischer Ausdruck. In der militärischen Sprache bedeutet er »umgekommen«. Umgebracht ist hier wohl der treffende Begriff.\r\n\r\nQuelle: Spuren der Vergangenheit, Angelika Schleindl\r\n \r\nTransport Bo , Train Da 83 from Theresienstadt, Ghetto, Czechoslovakia to Treblinka, Extermination Camp, Poland on 19\u002F09\u002F1942\r\nThe mass murder of the 2,284,000 Jews living in the General Government of occupied Poland began in March 1942. Several months later, this large scale murder operation was given the code name Operation Reinhard, in memory of Reinhard Heydrich, head of the RSHA (Reich Security Main Office) and the main organizer of the “Final Solution” in Europe, who was assassinated by Czech resistance fighters in May 1942. \r\nShow more  \r\nThree extermination camps were established for Operation Reinhard: Belzec, Sobibor and Treblinka. They were located in the vicinity of the General Government’s eastern border and close to railway tracks. During Operation Reinhard, Jews who came from other places such as the Theresienstadt Ghetto, France, the Netherlands, Therace, and Macedonia were also deported to these death camps.\r\n\r\nIn the summer of 1942, large-scale deportation trains from the Reich arrived at Theresienstadt, exacerbating the already unbearable overcrowded conditions, hunger and disease already prevalent at the 18th century Bohemian fortress which now served as a ghetto. On September 18, 1942, both the ghetto population and the daily death rate reached an all-time high. In order to reduce the ghetto population and in accordance with the implementation of the “Final Solution” policy, the transports leaving Theresienstadt for killing sites in the East increased in both size and pace, targeting the weakest population in the ghetto: the elderly Jews who recently arrived from the Reich. The extermination camp of Treblinka, already operating at full capacity, was chosen as the site for the mass murder of these deportees.\r\n\r\nThe transport orders were handed to the camp commander, Siegfried Seidl from the Office for the Settlement of the Jewish Question in Prague. According to the monthly report for the month of September, submitted by the Jewish Council (Ältestenrat) to the camp commander, the camp commander ordered the Jewish Council to pass questionnaires among the ghetto inhabitants who were deported from the Reich, where they would indicate their age, profession, and possible Aryan ancestry. According to the testimony of Max Cohn, who participated in the registration process, all the elderly German and Austrian deportees were called to report at the offices of the Jewish administration at the Magdeburg barracks to fill out these questionnaires. The questionnaires were then handed over to the camp commander’s office, where a committee of an unknown composition summoned the elderly inmates once more, and based on their details prepared and finalized the transport lists, apparently preferring to send away the elderly, the sick and the infirm. As a general rule, inmates were put on transports together with their spouses and underage children. \r\n\r\nThis transport was announced in the Daily Orders issued by the Jewish leadership on September 17, 1942. On the morning of the next day, each inmate scheduled for transport was ordered to pack his or her belongings, and report to the quarantine site (“Schleuse”) at the courtyard of the Aussig Barracks. During quarantine, the Jewish leadership was able to intermittently arrange for provisions and supplies.\r\n\r\nThe transport, designated “Bo”, departed from Theresienstadt on September 19, 1942 and was the first of a series of eight transports of sick and elderly Jews (“Alterstransporte”). On board were 2,000 inmates of Theresienstadt. It arrived in Treblinka on September 21 or 22. The transport was composed entirely of Jews who had been previously deported from Berlin, Cologne, Vienna and Munich. Their average age was 72 \r\n\r\nOn the day of the transport, the inmates were marched or taken by truck to the Bauschowitz (Bohusovice) train station, some 3km outside the ghetto, where they were loaded onto the railway cars that were waiting. According to the testimony of Max Berger, some of the sick and the elderly inmates would occasionally die on the way to the train station, and would still be loaded into the cars in order to fill the headcount quota for transport.\r\n\r\nThe train from Theresienstadt was designated “Da 83”, and was originally destined to transport 1,000 people to Izbica. The train presumably went north to Dresden, and then east to Breslau (Wroclaw), Posen (Poznan), Warsaw and Treblinka, finally stopping at the train tracks inside the Treblinka camp.\r\n\r\nUpon arrival at Treblinka, the inmates were taken off the train, and had to stand to attention. Occasionally, a few young people would be selected for forced labour within the camp, but the overwhelming majority of people arriving in Treblinka were murdered shortly after their arrival. Of the 2,000 on board, not a single person is known to have survived.\r\n\r\n\r\nIn his Ghetto diary, Egon (Gonda) Redlich, head of the Children and Youth Department in the ghetto, wrote of this transport: \r\n“17.9.1942: 2,000 elderly persons will leave the ghetto. They will travel in cattle cars, with no benches. A horrible life, a horrible struggle for life.” \r\n\r\nQuelle: www.db.yadvashem.org\u002Fdeportaton\u002FtransportDetail.",[],[],null,{"lat":11,"lng":12},50.054802,7.1327197,[14,20,24,27,30,33,36],{"id":15,"firstname":16,"name":17,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},"3108","Gustav","Harf","male","adault",{"id":21,"firstname":22,"name":17,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},"3109","Lina","female",{"id":25,"firstname":26,"name":17,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},"3110","Julius",{"id":28,"firstname":29,"name":17,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},"3111","Inge",{"id":31,"firstname":32,"name":17,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},"3112","Walter",{"id":34,"firstname":35,"name":17,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},"3113","Arthur",{"id":37,"firstname":38,"name":17,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},"3114","Ida",{"id":40,"coords":41,"title":44,"association":45,"impressum":46,"association_url":47},"112",{"lat":42,"lng":43},50.033809,7.17308,"Zell \u002F Mosel","Freundeskreis Synagoge Zell","Verantwortlich nach §5 TMG: \r\n\r\nRuth Schiffer \r\nimpressum@synagogezell.de \r\n\r\nFür Inhalte und Form verlinkter Seiten wird weder Haftung noch Verantwortung übernommen.","www.synagogezell.de",{"count":49,"anonymous":50,"names":51},10,6,[52,53,54,55],"Martin Schreyer","Claudia Körner","Anett Humboldt","Peter Hein",[57,74,94,112,130,149],{"place":58,"stone":72,"distance":73},{"id":59,"title":60,"coords":61,"stones":64},"1689","Geisel in Pünderich",{"lat":62,"lng":63},50.0418662,7.1291001,[65,69],{"id":66,"firstname":67,"name":68,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},"3116","Fritz","Geisel",{"id":70,"firstname":71,"name":68,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},"3115","Helene",{"id":66,"firstname":67,"name":68,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},1461,{"place":75,"stone":92,"distance":93},{"id":76,"title":77,"coords":78,"stones":81},"1240","Geisel \u002F Gamiel in Merl",{"lat":79,"lng":80},50.04056,7.16791,[82,86,89],{"id":83,"firstname":84,"name":85,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},"2182","Mathilde","Gamiel",{"id":87,"firstname":88,"name":68,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},"2181","Klara",{"id":90,"firstname":91,"name":68,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},"2180","Siegfried",{"id":83,"firstname":84,"name":85,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},2970,{"place":95,"stone":110,"distance":111},{"id":96,"title":97,"coords":98,"stones":101},"1693","Sondheimer in Zell",{"lat":99,"lng":100},50.02653,7.18185,[102,106],{"id":103,"firstname":104,"name":105,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},"3122","Theresia","Moos",{"id":107,"firstname":108,"name":109,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},"3121","Amalia","Sondheimer",{"id":103,"firstname":104,"name":105,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},4711,{"place":113,"stone":128,"distance":129},{"id":114,"title":115,"coords":116,"stones":119},"1243","Frank \u002F Bermann in Zell",{"lat":117,"lng":118},50.0254993,7.1818548,[120,124],{"id":121,"firstname":122,"name":123,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},"2188","Jenny","Bermann",{"id":125,"firstname":126,"name":127,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},"2187","L(o)uise","Frank",{"id":121,"firstname":122,"name":123,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},4788,{"place":131,"stone":147,"distance":148},{"id":132,"title":133,"coords":134,"stones":137},"1242","Wolf in Zell",{"lat":135,"lng":136},50.0255254,7.1819156,[138,142,145],{"id":139,"firstname":140,"name":141,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},"2184","Albert","Wolf",{"id":143,"firstname":144,"name":141,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},"2186","Erich",{"id":146,"firstname":71,"name":141,"portrait":9,"gender":23,"stadium":19},"2185",{"id":139,"firstname":140,"name":141,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},4790,{"place":150,"stone":161,"distance":162},{"id":151,"title":152,"coords":153,"stones":156},"1691","Kornfeld in Zell",{"lat":154,"lng":155},50.0249928,7.1817715,[157],{"id":158,"firstname":159,"name":160,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},"3118","Samuel","Kornfeld",{"id":158,"firstname":159,"name":160,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},4823]