[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"place-1095":3,"supporters":68,"nearby-1095":76},{"id":4,"title":5,"text":6,"photos":7,"videos":34,"audio":35,"coords":36,"stones":39,"town":59},"1095","Familie Emil Löwenthal","Emil Löwenthal, geboren am 13. September 1873 in in Grunau\u002FWestpreussen  war mit Flora Löwenthal, geborene Heymann, geboren am 15. Oktober 1876 in Gnesen (Gniezno) verheiratet. Die Hochzeit fand 1899 statt. [2] Das Ehepaar hatte vier gemeinsame Kinder, die am am 16. August 1900 geborene Erna, den am 6. Januar 1902 geborenen Bruno, den am 10. Dezember 1907 in Gelsenkirchen geborenen Kurt und den am 3. November 1911 geborenen Erwin. Erna und Bruno wurden in Kamen, Kurt und Erwin in Gelsenkirchen geboren. Ansässig war Familie Löwenthal seit etwa 1906 in Rotthausen an der Karl-Meyer-Strasse 2. Vater Emil Löwenthal betrieb dort ein kleines Kaufhaus mit breit gefächerten Warensortiment. Kurt und sein Bruder Erwin waren Inhaber einer Süßwarenhandlung.\r\n\r\nErna verließ Gelsenkirchen bereits 1922, zog nach Essen und heiratete dort. Die Eltern Emil und Flora, Tochter Erna, deren Kinder Inge, Gerd, Max - eine weitere Tochter überlebte die Shoa - und Bruno wurden von den Nazis ermordet. Kurt Löwenthal überlebte den Holocaust in Südfrankreich, kehrte mit seiner Frau und zwei Kindern zunächst nach Gelsenkirchen und emigrierte 1951 in die USA. Erwin wurde 1945 von der US Army aus dem KZ Buchenwald befreit, starb jedoch tragischerweise 1947 bei einem Autounfall in Gelsenkirchen.\r\n\r\nBruno Löwenthal war das erste Familienmitglied, dass aus Nazi-Deutschland nach Frankreich floh. Dort heiratete er Lisa Fister. Bruno wurde am 14. Februar 1944 in Grenoble\u002FFrankreich von den Nazis verhaftet und zunächst im \"Sammel- und Durchgangslager\" Drancy bei Paris interniert. Von dort wurde er mit dem Transport Nr. 69 am 7. März 1944 nach Auschwitz verschleppt. Der Transport erreicht Auschwitz am 10. März 1944. Bruno Löwenthal erhielt mit dem Hintergrund der Entmenschlichung die Häftlingsnummer 174965.\r\n\r\n\"Die Deportationszüge mit Juden und Jüdinnen aus ganz Europa kamen von Frühjahr 1942 bis Mai 1944 an der ‚Alten Rampe‘ am Güterbahnhof von Auschwitz, danach an der Rampe in Birkenau an, zum Teil auch im freien Gelände. Bei ihrer Ankunft wurden die Deportierten oft mit Schreien und Schlägen von der SS aus den Waggons getrieben. Dabei mussten auch Häftlinge des „Kanada-Kommandos“ helfen, die später das zurückgelassene Gepäck der Angekommenen einzusammeln hatten. (Nur bei wenigen Transporten wurden die zur Zwangsarbeit Selektierten mit ihrem Gepäck ins KZ Buna\u002FMonowitz gebracht.)\r\n\r\nDirekt neben dem Zug fand die erste Selektion durch SS-Offiziere, ab März 1943 ausschließlich durch SS-Ärzte statt, nur die „Arbeitsfähigen“ wurden zur Zwangsarbeit in Auschwitz und seinen zahlreichen Nebenlagern, darunter das KZ Buna\u002FMonowitz, aussortiert. Kinder unter 16 Jahren, Frauen mit Kindern und Alte wurden sofort zur Ermordung in die Gaskammern geschickt. Oft wurden sie mit Lkws weggebracht. Da es hieß, diese Lkws brächten die Schwachen \"zur Erholung\" fort, stiegen manchmal auch andere auf die Lkws, die sich nach der Deportation im Viehwaggon geschwächt fühlten. Etwa 70–80% der Ankommenden wurden direkt ins Gas geschickt.\r\n\r\nDie Übriggebliebenen wurden zu Fuß oder auf Lkws in die Quarantäneblöcke des Stammlagers und Birkenaus bzw. direkt in die Quarantäneblöcke des KZ Buna\u002FMonowitz gebracht. Dort mussten sie sämtliche Wertsachen und ihre Kleidung abgeben, kamen zur „Entlausung“ und wurden in kalte Duschen geführt. Häftlinge hatten sie am Kopf und am ganzen Körper zu rasieren. Diese Prozedur dauerte manchmal Stunden. Die Neuankömmlinge erfuhren häufig bereits zu diesem Zeitpunkt von den Häftlingen, dass ihre Angehörigen, von denen sie so plötzlich getrennt worden waren, in Birkenau ermordet wurden.\r\n\r\nNach der Rasur wurden die Neuankömmlinge nackt zur Kleiderausgabestelle getrieben, wo sie einen Satz Häftlingskleidung erhielten: Hose und Jacke aus blau-weiß gestreiftem Baumwoll-Drillich, ein Hemd, eine Unterhose, eine Mütze und in der Regel Holzschuhe. Dann wurden sie von Häftlingen unter Aufsicht der SS registriert und den „nichtarischen“ Häftlingen die Häftlingsnummer in den linken Unterarm tätowiert.\r\n\r\n\"Im KZ Buna\u002FMonowitz erhielt jeder Häftling zwei Stoffstreifen mit Nummer und Winkel, die er auf der Jacke in Brusthöhe und auf der Hose am rechten Oberschenkel annähen musste. Ihrer Individualität beraubt fanden sich die Neuankömmlinge in einer ihnen unverständlichen Umgebung wieder. Die Ankunft und die plötzliche Trennung von den Angehörigen müssen wie ein Schock gewesen sein. Der Anblick der ausgemergelten Häftlinge auf den Lagerstraßen dürfte ihnen zudem schnell klar gemacht haben, welches Schicksal auch ihnen zugedacht war.\" \r\n\r\nAm 26. März 1944 wird Bruno Löwenthal in den Häftlingskrankenbau (HBK) des I.G.-Farben Lagers Monowitz aufgenommen und am 1. April 1944 wieder entlassen. Aus welchem Grund er im HKB aufgenommen wurde, wissen wir nicht. \"Der Krankenbau entsprach in seinen Standards bei weitem nicht den Notwendigkeiten eines Krankenhauses. Neben qualifiziertem Personal und angemessener Ernährung fehlte es an grundlegenden Medika-menten und Verbandsmaterial, Geräten, Räumlichkeiten und Betten. Im Krankenbau wurden 1944 wöchentlich durchschnittlich 1.000 Häftlinge aufgenommen, behandelt und möglichst rasch wieder entlassen, so „daß die SS-Ärzte weniger Kranke und Sterbende zum Abtransport in die Birkenauer Gaskammern selektierten. Gleichzeitig steigerten die Funktionshäftlinge die Zahl der täglich ambulant behandelten Mitgefangenen von anfänglich 300 auf bis zu 1300 im August 1944.\" Die I.G.-Farben hatte der Einrichtung eines Krankenbaus nur widerstrebend zugestimmt und sträubte sich gegen seine Erweiterung, so dass die Kranken oft ungeachtet ihrer jeweiligen Krankheit zu zweit in ein Bett teilen mussten. Hinzu kam, dass es nur in drei Baracken des HKB fließendes Wasser gab und statt Toiletten oftmals nur Eimer in der Zimmerecke, die die Schwerkranken nicht erreichen konnten. Der Boden war verklebt von Blut, Eiter und Kot.\" Bruno Löwenthals Spur verliert sich im Vernichtungslager Auschwitz. \r\n\r\nEmil und Flora Löwenthal wurden am 27. Januar 1942 von Gelsenkirchen nach Riga verschleppt und im KZ Jungfernhof interniert. Im März 1942 wurde dieses Lager aufgelöst. Unter einem Vorwand, sie kämen in ein – tatsächlich nicht existierendes – Lager in Dünamünde, wo es bessere Unterkünfte und eine Arbeitsmöglichkeit in einer Konservenfabrik gebe, wurden zwischen 1.600 und 1.800 Insassen während der \"Aktion Dünamünde\" mit Autobussen in den nahe gelegenen Wald von Bikernieki gebracht. Unter Leitung von Offizieren der Sicherheits-polizei führten etwa zehn Mann des von Victors Arajs geführten \"Kommando Arajs\" die Erschießungen in von anderen Internierten vorbereiteten Massengräbern durch. In mehreren Erschießungen wurden bei der Mordaktion Dünamünde ungefähr 1.800 Menschen aus dem KZ Jungfernhof und 3.000 aus dem Ghetto Riga ermordet.[9] Unter den am 26. März 1942 Ermordeten befanden sich auch Emil und Flora Löwenthal. [10]\r\n\r\nErwin Löwenthal geriet im Frühjahr 1939 in die Fänge der NS-Verfolgungsbehörden. Nachdem er in der so genannten \"Kristallnacht\" im November 1938 in Gelsenkirchen-Rotthausen zusammengeschlagen wurde, bereitete er seine Flucht aus Nazi-Deutschland vor. Es ist davon auszugehen, dass er beabsichtigte, nach Belgien zu fliehen. Im Raum Aachen wurde er am 6. März 1939 verhaftet  und zunächst in das KZ Dachau eingewiesen. Im so genannten Zugangsbuch von Dachau ist seine Registrierung am 26. April 1939 festgehalten.  Fast sechs Jahre sollte es dauern, bis Erwin Löwenthal von der US Army aus der von Menschen erdachten Hölle von Buchenwald befreit wurde. \r\n\r\nAls Neuankömmling in Buchenwald wurde Erwin Löwenthal zunächst dem Arbeitskommando Steineträger zugeteilt. \"Der Kalksteinbruch am Ettersberg, westlich der SS-Kaserne gelegen, lieferte das Material zum Lageraufbau und zur Befestigung der Wege und Straßen. Die Arbeit in diesem Häftlingskommando zählte zu den schwersten körperlichen Torturen, die Menschen in Buchenwald ertragen mußten. Mit primitiven Mitteln wurde der Stein gebrochen, bearbeitet und transportiert. Der Steinbruch war berüchtigt als Ort pausenloser Mißhandlungen durch Kommandoführer und Kapos. Zeitweise arbeiteten mehrere Hundert Häftlinge, darunter die Neuankommenden und die Strafkompanie, in diesem Kommando. Häufig wurden hier Häftlinge von der SS \"auf der Flucht erschossen\". [13] Die SS-Mörder bekamen für jeden \"vereitelten Fluchtversuch\" drei Tage Sonderurlaub.\r\n\r\nWarum Erwin Löwenthal dann der so genannten \"Strafkompanie\" zugeteilt wurde, lässt sich nicht mehr feststellen. \"Die zeitweise oder dauernde Einweisung in die Strafkompanie (Block 36) war eine gefürchtete Lagerstrafe. Maßnahmen, die den Einzelnen auch sonst immer treffen konnten - Prügelstrafe, Essensentzug, Strafestehen, Strafarbeit, Baumhängen, Strafexerzieren - , gliederten hier einen von fortgesetzter Folter geprägten Alltag. Besonders stark waren Homosexuelle, Polen, Russen und Juden davon betroffen. Auch jeder Verdacht auf Widerstand hatte die Einlieferung in die Strafkompanie zur Folge. Ab Mai 1940 gab es neben der Strafkompanie noch die K-Kompanie, in der Vergehen gegen den Kriegszustand, vor allem gegen die Kriegswirtschaft, geahndet wurden. Die K- und Strafkompanie war eine geschlossene Strafanstalt des Lagers. Die betreffenden Blocks waren nochmals mit Stacheldraht umzäunt und verschlossen. Aus dem Bericht des ehemals politischen Häftlings Max Pabst: \"Wir durften, wenn wirklich mal die Arbeitszeit zu Ende ging, keinerlei Berührung mit den übrigen Häftlingen haben. [...] Wir hatten keinen Kantineneinkauf, durften kein Geld haben und durften nicht rauchen. Wir mußten Sonntags arbeiten. [...] Wir mußten strafexerzieren. [...] Wir wurden vom Aufstehen bis Insbettgehen geschlagen und geschlagen.\" \r\n\r\nDie Krankenkarte von Erwin Löwenthal nennt den Begriff \"Schonung\" (abgekürzt mit Sch on. bzw. Schg.) Die so genannte \"Schonung\" bekamen die arbeitsunfähigen Häftlinge, deren Leiden nicht schwer geung waren, um in den Krankenbau aufge-nommen zu werden. Trotz ihres oftmals schweren Krankheitszustandes wurden auch diese Häftlinge zu Arbeiten herangezogen, sie wurden beispielsweise im Holzhof mit Sägen oder in der Gärtnerei \"beschäftigt. Von einer tatsächlichen Schonung konnte keine Rede sein.\r\n\r\nAuf einem Fragebogen für \"Insassen der Konzentrationslager des Military Government of Germany\" gibt Erwin Löwenthal am 10. Mai 1945 auf die Frage, wohin er nach seiner Entlassung gehen will 'Gelsenkirchen' an. Weiter heißt es in dem Fragebogen: 'Geben Sie die Namen und die Anschriften dreier vertrauenswürdiger Personen an, die in dem Ort wohnen, wohin Sie gehen wollen und die für Sie bürgen können', Erwin Löwenthal schrieb darunter: 'Eltern und Schwester 1942 ermordet, andere Personen kenne ich nicht'.  In einem handgeschriebenen Brief vom 26. April 1946 schreibt Erwin Löwenthal (...) Mein einziger Wusch ist natürlich, so schnell wie möglich aus Deutschland auszuwandern, da ich hier weder jemand meiner Familienangehörigen noch meine übrigen Verwandten lebend vorgefunden habe (...). Sein Wunsch erfüllte sich jedoch nicht mehr, Erwin Löwentahl starb 1947 nach einem Autounfall.",[8,14,19,24,29],{"original":9,"thumb":10,"caption":11,"width":12,"height":13},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002Fb6a05cbcc20b21dc4c6c1c1d2fb02e2e.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002Fb6a05cbcc20b21dc4c6c1c1d2fb02e2e_thumb.jpg","Das Kaufhaus Emil Löwenthal in Rotthausen an der Karl-Meyer-Straße 2, um ca. 1910",1136,706,{"original":15,"thumb":16,"caption":17,"width":12,"height":18},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002F798a91f69e9034b273f8310615263fbe.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002F798a91f69e9034b273f8310615263fbe_thumb.jpg","Von Dachau wird Erwin Löwenthal weiter nach Buchenwald verschleppt, der \"Häftlings-Personal-Karte\" ist zu entnehmen: \"Überstellt am 27.9.1939\"",817,{"original":20,"thumb":21,"caption":22,"width":12,"height":23},"https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002F2758a1fa7142e5523c6d8a78ef156ef2.jpg","https:\u002F\u002Fstolpersteine-guide.de:443\u002Fuploads\u002Fmedien\u002F2758a1fa7142e5523c6d8a78ef156ef2_thumb.jpg","Säuberlich wurde von der SS-Bürokratie festgehalten, welche Kleidungsstücke man Erwin Löwentahl bei der Einlieferung in das KZ weggenommen hatte. 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Laut Bescheid des Finanzamtes Gelsenkirchen-Süd dient GELSENZENTRUM e. V. nach der eingereichten Satzung ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten und gemeinnützigen Zwecken im Sinne der §§ 51 ff. AO und gehört zu den in § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG bezeichneten Körperschaften. GELSENZENTRUM e.V. ist nach § 52 Abs. 2 AO als besonders förderungswürdig anerkannt.\r\n\r\nSpendenkonto \r\nKontoinhaber: GELSENZENTRUM e. 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