[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"place-1070":3,"supporters":29,"nearby-1070":37},{"id":4,"title":5,"text":6,"photos":7,"videos":8,"audio":9,"coords":10,"stones":13,"town":20},"1070","Friedrich Tiefenbacher","Friedrich Tiefenbacher\r\n* 03.08.1888 +28.07.1940 Tagelöhner\r\n\r\nLeider gibt es keine Zeitzeugen, die über das Leben und Wirken von Friedrich Tiefenbacher erzählen können. Alles was wir wissen, stammt aus seinen Krankenakten.\r\n\r\nEr wurde als 14. Kind eines Schäfers und seiner Frau geboren. Friedrich wurde 1909 zum ersten Mal in die Heilanstalt Göppingen mit der Diagnose »Imbecillitas« eingewiesen. Er war zu diesem Zeitpunkt ledig und wurde bereits nach elf Monaten »in gebessertem Zustand« wieder nach Hause entlassen. Dort lebte er bei seinem Vater, der 1894 die vordere Hälfte eines Hauses in der Lange Straße 29 gekauft hatte. Als sein Vater 1912 starb, bekam Friedrich Tiefenbacher einen Verwandten zum Vormund, der ebenfalls Friedrich Tiefenbacher hieß und in der Ludwigsburger Straße 22 wohnte. Diese Adresse ist die letzte bekannte Anschrift von Friedrich Tiefenbacher. Er arbeitete als Tagelöhner und wurde kurzzeitig zum Militärdienst eingezogen. Es ist nicht bekannt, ob er bis zu seiner erneuten Einweisung 1916 in die Heilanstalt Göppingen bei seinem Vormund gewohnt hatte. Laut Krankenakte erfolgte die Einweisung aufgrund von Auffälligkeiten und Unzuverlässigkeiten im Betrieb. Er blieb 8 Jahre in dieser Heilanstalt. 1922 wurde Friedrich in die Heilanstalt Weissenau als »unheilbar und von Geburt an schwachsinnig« überwiesen.\r\n\r\nAm 26. Oktober 1923 wurde er von Weissenau in die Heilanstalt Weinsberg verlegt. Zu diesem Zeitpunkt war Friedrich Tiefenbacher 35 Jahre alt, litt an »angeborenem Schwachsinn mit Aggressivität und Erregungszuständen«. Zusätzlich wurde laut Krankenakte Schizophrenie diagnostiziert.\r\n\r\nVon 1923 bis 1940 lebte er in der Heilanstalt Weinsberg. Friedrich Tiefenbacher konnte in dieser Heilanstalt ein menschenwürdiges Leben führen, bis die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Dann verkehrte sich die Lage. Viele Patienten wurden zwangssterilisiert und deren Leben als unwert diffamiert. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die meisten von ihnen im Zuge der T4-Aktion ermordet, um u. a. Betten für zukünftige Kriegsverletzte frei zu bekommen. Am 16. Juli 1940 wurde Friedrich Tiefenbacher mit einem größeren Transport in eine »unbekannte Anstalt« (Grafeneck?) verlegt. In seiner Geburtsurkunde (Stadtarchiv Kornwestheim, E 230, Geburtsregister 1888, Nr. 40) ist ein Vermerk über seinen Tod eingetragen:\r\n\r\n»Gestorben am 28.7.1940 Nr. 202,3, 1940 Hartheim bei Linz (Oberdonau) in der Landesanstalt Hartheim.«\r\n\r\nIsolde Gneiting-Tränkle",[],[],null,{"lat":11,"lng":12},48.86721118,9.18620488,[14],{"id":15,"firstname":16,"name":17,"portrait":9,"gender":18,"stadium":19},"1759","Friedrich","Tiefenbacher","male","adault",{"id":21,"coords":22,"title":25,"association":26,"impressum":27,"association_url":28},"103",{"lat":23,"lng":24},48.8598,9.1852,"Kornwestheim","Stolpersteine Kornwestheim","Satzung der Initiative Stolpersteine Kornwestheim\r\nDie Initiative Stolpersteine Kornwestheim mit Sitz in Kornwestheim verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.\r\nZweck der Körperschaft ist die Förderung des Andenkens an Verfolgte des NS-Regimes. Die Initiative fördert das Andenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Kornwestheim. Um dies zu erreichen, engagiert sie sich für eine menschenbezogene lokale Geschichts-wahrnehmung. Sie unterstützt die Wahrung von Menschenrechten und Demokratie.\r\n\r\nDazu unterstützt die Initiative Stolpersteine Kornwestheim das bundesweit und darüber hinaus praktizierte Stolperstein-Konzept des Kölner Künstlers Gunter Demnig und setzt es vor Ort um. Das heißt, die Mitglieder der Initiative Stolpersteine Kornwestheim recherchieren die Geschichten von Nachbarinnen und Nachbarn, die während der Zeit des NS-Regimes von Kornwestheim aus deportiert und ermordet wurden. Vor dem letzten Zuhause dieser Menschen in Kornwestheim verlegt dann Gunter Demnig einen Gedenkstein mit einer Messingplatte im Boden, in den die Lebensdaten des betreffenden Menschen eingraviert sind. Die Initiative Stolpersteine Kornwestheim dokumentiert die Geschichte dieser NS-Opfer und macht sie in digitaler und gedruckter Form der interessierten Öffentlichkeit zugänglich.\r\n\r\nDarüber hinaus recherchiert die Initiative Stolpersteine Kornwestheim auch Ereignisse in Kornwestheim während der Nazi-Herrschaft, die nicht direkt in das Muster der Stolperstein-Idee passen: Die Geschichten von Menschen beispielsweise, die verfolgt wurden und überlebt haben. Die Geschichten von Menschen, die in Kornwestheim ermordet wurden, aber von anderen Orten als Gefangene oder Zwangsarbeiter hierher gebracht wurden. Die Geschichten von Menschen aus der Stadt, die sich gegen das NS-System mit größerem oder kleinerem Engagement auflehnten. Auch die Ergebnisse dieser Recherchen werden anschaulich aufbereitet und in digitaler und gedruckter Form der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.\r\n\r\nDie Körperschaft ist selbstlos tätig; sie verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke. 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